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Glückskette bringt Spenden woanders hin

24 Millionen Franken sammelte die Glückskette für Flüchtlinge. Betont hat sie die Situation entlang der Balkanroute, doch Geld fliesst kaum dorthin.

Weniger als zehn Prozent der Spenden fliessen in den Balkan: Glückskette-Chef Tony Burgener. (Archivbild)
Weniger als zehn Prozent der Spenden fliessen in den Balkan: Glückskette-Chef Tony Burgener. (Archivbild)
Walter Bieri, Keystone

Bis heute hat die Glückskette die Rekordsumme von 24 Millionen Franken für die Flüchtlinge gesammelt. Von diesen Spendengeldern sind trotz anhaltend grosser Not und dem bevorstehenden Winter bisher weniger als eine Million Franken in Hilfsprojekte entlang der Fluchtrouten auf dem Balkan geflossen, wie die Glückskette gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag» bestätigt.

Der Anteil der Hilfe auf der Balkanroute soll laut der Spendensammelorganisation «weniger als 10 Prozent» betragen. «Über 90 Prozent der gesammelten Spendengelder», so die Glückskette, sollen für bereits laufende Projekte in Syrien, dem Irak und umliegenden Ländern verwendet werden.

Glückskette-Chef entschied allein

Wegen dieses Grundsatzentscheids gerät die Glückskette jetzt in die Kritik, wie die «Schweiz am Sonntag» weiter schreibt. Recherchen sollen zeigen, dass Glückskette-Chef Tony Burgener den umstrittenen Entscheid im Alleingang gefällt hat. Um die neuen Spendenmittel vor allem für den laufenden Projekte zu sichern, begrenzte er Projektbeiträge für die Balkanroute auf so genannte Direktorenanträge in der Höhe von maximal 200‘000 Franken pro Projekt.

Was auch der schnellen und unbürokratischen Hilfe dienen sollte, gefährdet jetzt bereits geplante Winter-Nothilfeprojekte von Schweizer Hilfswerken in Millionenhöhe. «Wir können diesen Entscheid nicht nachvollziehen», sagt Caritas-Geschäftsleitungsmitglied Odilo Noti. Konfrontiert mit der Kritik räumt der Glückskette-Direktor Fehler ein – und verspricht Flexibilität: «Wir haben immer den Geldbedarf für die laufenden Projekte betont, die Kommunikation aber vielleicht zu stark auf die Situation auf dem Balkan ausgerichtet.»

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