«Jetzt haben wir den Schlüssel zum Tresor»

Lega-Präsident Giuliano Bignasca spielt sich nach dem Sieg seiner Partei im Tessin gross auf. Er hat es vor allem auf italienische Grenzgänger abgesehen.

Der Lega-Präsident Giuliano Bignasca will 13'000 italienische Grenzgänger «nach Hause schicken», wenn über den Rückzahlungsmodus der Quellensteuer nicht neu verhandelt wird. Das zumindest drohte Bignasca den Italienern in einem Interview an, das heute «im Corriere della Sera» erschienen ist.

«Jetzt haben wir den Schlüssel zum Tresor», wird der Lega- Präsident von der italienischen Tageszeitung zitiert. Giuliano Bignasca soll mit diesem Satz auf den umfassenden Wahlsieg seiner Partei in der Tessiner Regierung und dem Parlament angespielt haben.

Die ideologische Gesinnung Giuliano Bignascas, der seinen Wahlkampf vor allem mit Kampagnen gegen italienische Grenzgänger und Migranten bestritt, ist seit dem Wahlausgang in den Fokus der italienischen Presse geraten.

Italien fürchtet Bignasca

Bisher sei der Lega-Politiker im Nachbarland als exzentrische Ausnahmeerscheinung betrachtet worden, schreibt der «Corriere della Sera» sinngemäss. Aussagen Bignascas, wie etwa an der Südgrenze zum Schutz vor nordafrikanischen Flüchtlingen eine Mauer zu bauen, «wie sie zwischen Israel und Palästina existiert», können in Anbetracht des wachsenden Einflusses der Tessiner Lega aber nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden, schreibt der «Corriere» weiter.

Bignasca erklärte im Interview, seine Partei werde dafür sorgen, dass die an Italien fliessende Quellensteuer reduziert werde. Als Druckmittel will er die Zahlungen komplett blockieren lassen. Wenn alles nicht helfe, so hatte Bignasca eingeleitet, würden die Grenzgänger «nach Hause geschickt».

lcv/sda

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