Jedes zweite Opfer wird in einem Frauenhaus abgewiesen

In der Schweiz gibt es 17 Frauenhäuser, die Opfern häuslicher Gewalt Zuflucht bieten. Deutlich zu wenig, wie aktuelle Zahlen nun zeigen.

Frauenhäuser unter ständigem Kostendruck: Demonstranten protestieren in Genf gegen Gewalt an Frauen. (Archivbild)

Frauenhäuser unter ständigem Kostendruck: Demonstranten protestieren in Genf gegen Gewalt an Frauen. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Frauen in der Schweiz stehen gegenwärtig 17 Häuser zur Verfügung, die ihnen bei häuslicher Gewalt Schutz bieten. Die Anlagen sind jedoch dermassen überfüllt, dass noch lange nicht jedes Opfer aufgenommen werden kann.

Im vergangenen Jahr mussten die Institutionen insgesamt 1027 Frauen und Kinder wieder wegschicken, schreibt der «Blick». Das ist rund die Hälfte aller, die vor einem gewalttätigen Mann oder Vater geflüchtet sind. Rund 1000 Frauen fanden 2012 in einem der 262 Betten der Frauenhäuser Unterschlupf. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 31 Tage.

Keine Unterstützung vom Bund

Den Frauenhäusern gelingt es offenbar kaum, ihr Angebot zu erweitern. Dies vor allem deshalb, weil sie unter einem ständigen Kostendruck stehen. Die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr fordert nun gegenüber dem «Blick» eine «bessere und solidere Finanzierung» der Einrichtungen, die vom Bund keine Unterstützung erhalten. Die SP-Politikerin fordert zudem vorbeugende Massnahmen, dass Frauen und Kinder erst gar nicht in einem Frauenhaus Zuflucht suchen müssen. Darunter eine bessere Schulung für Polizisten und den Ausbau der Rayon- und Kontaktverbote.

In Zürich wurden in diesem Monat Massnahmen getroffen, um dem Kostendruck zu begegnen. Der Betrieb der beiden Frauenhäuser Zürich und Violetta ist nebst Kantonsbeiträgen weitgehend durch Spenden finanziert. Dank höherer Spendeneinnahmen sei das Defizit 2012 tiefer ausgefallen als budgetiert, heisst es im Jahresbericht.

Neues Frauenhaus in Zürich

Um eine höhere Kosteneffizienz zu generieren, werden die beiden Frauenhäuser an einem neuen Standort mit 24 Betten zusammengeführt, wie die Stiftung weiter schreibt. Der Umzug ins neue «Frauenhaus Zürich Violetta» ist für den Sommer geplant.

mrs

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt