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«Jeder Kanton muss ein Auge auf das ganze Land werfen»

Bundesrat Alain Berset will die Kantone beim Frühfranzösisch in die Pflicht nehmen. Die zweite Fremdsprache in der Primarschule sei ein Kompromiss, der nicht missachtet werden dürfe.

Hält Frühfranzösisch für wichtig: Alain Berset bei einer Rede zum 1. August in La Chaux-de-Fonds. (31. Juli 2014)
Hält Frühfranzösisch für wichtig: Alain Berset bei einer Rede zum 1. August in La Chaux-de-Fonds. (31. Juli 2014)
Anthony Anex, Keystone

Die Kantone müssten sich an den Kompromiss halten, eine zweite Landessprache in der Primarschule zu unterrichten. Dies sagte Bundesrat Alain Berset (SP). Denn obwohl das Volksschulwesen ein wichtiger Teil des Föderalismus' sei, könne nicht jeder Kanton machen, was er wolle.

«Jeder Kanton muss auch ein Auge auf das ganze Land werfen», sagte Innenminister Berset in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Er nahm dabei Bezug auf die heftigen Diskussionen um den Fremdsprachenunterricht. Die Kantone hätten für den Zusammenhalt der Schweiz Sorge zu tragen. «Sonst funktioniert der Föderalismus nicht.»

«Kompromiss missachtet»

Ziel sei es nach wie vor, dass am Ende der obligatorischen Schulzeit jeder ausreichend Französisch gelernt habe. Doch die Kantone hätten ihre Verantwortung wahrgenommen, als sie sich auf einen Kompromiss einigten, wonach eine zweite Landessprache in der Primarschule zu unterrichten sei.

Würden solche Kompromisse nun beliebig missachtet, werde das Zusammenleben unberechenbar. «Das dürfen wir nicht zulassen», sagte Berset, der sich vorbehält, über das Sprachengesetz in die Debatte einzugreifen. Noch gelte es aber abzuwarten, welche Bilanz die Kantone im nächsten Jahr ziehen würden.

SDA/mw

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