Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

«Wir erziehen eine Generation von kranken Kindern»

«Jugendliche sollten sich möglichst oft als kompetent erleben», sagt Andreas Müller. Foto: Manu Friedrich

Sie sagen, in der Schule gehe es nicht um Deutsch und Mathematik. Worum geht es denn?

Dann spielen Inhalte keine Rolle?

Die Lehrmeister klagen, dass die Zeugnisse nichts über die Fähigkeiten der Jugendlichen aussagen. Es braucht doch Fachwissen.

Für viele Jugendliche ist die Schule halt eine lästige Pflicht.

Sie überlisten die Schüler, damit sie den Stoff nebenbei aufnehmen.

In Ihrem Beispiel lernen sie, wie man eine Präsentation macht.

Daher hat Ihre Schule keine Noten?

Auch die Wirtschaft misstraut den Noten und führt selbst Eignungsprüfungen durch.

Dann sehen Sie die Eignungstests der Wirtschaft positiv?

Das klingt nach sehr viel Aufwand für alle Beteiligten.

Alle reden von Kompetenzen statt Wissen. Aber Kompetenz setzt doch Wissen voraus.

Sie lehnen Frontalunterricht ab?

Bisher haben Sie nichts über Selektion gesagt.

Sie haben in Ihrer Institution Schüler, die durch die Maschen des Systems gefallen sind. Ist da die Selbstdisziplin ein Problem?

Wo bleibt denn der Wettbewerb? Kinder messen sich doch gern untereinander.

Aber Kinder sind doch auch stolz, wenn sie eine bessere Mathematiknote haben als der Kollege?

Sie kritisieren in Ihrem neuen Buch die «Post-68er» in der Schule, plädieren aber für eine Abschaffung der Noten. Das ist widersprüchlich.

Sie legen Wert auf Umgangsformen. Wer zu Hause nie gelernt hat, Danke zu sagen, dürfte es in der Schule kaum mehr lernen.

Dafür fehlen aber die personellen Ressourcen. Wie wollen Sie in Klassen mit 25 Jugendlichen jedem gerecht werden?

«Früher gab es kein Internet, dafür aufgeschürfte Knie und schmutzige Fingernägel», lautet eine Ihrer Aussagen. War früher alles besser?

Sie sehen Überreglementierung auch beim Lehrplan 21. Dieser sei ein «Ausfluss der fürsorglichen Belagerung» in allen Lebensbereichen.

Also ist der Lehrplan 21 gar nicht umsetzbar in unserem Schulsystem?

Der Einsatz der neuen Medien an der Schule wird heftig diskutiert. Warum ist das für Sie kein Thema?