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Informiere sich, wer testen lässt

Gentests liefern Informationen, die für Versicherungen sehr interessant sind. Warum es richtig ist, dass die Resultate von Gentests Privatsache bleiben.

Wer sich mit Beschwerden in ärztliche Behandlung begibt, erwartet eine Diagnose und Behandlungsvorschläge. Es ist klar, dass man als Patient wissen will, was der Arzt alles herausgefunden hat. Vorsicht ist ­jedoch bei Gentests geboten. Wer seine Gene untersuchen lässt, tut gut daran, zu klären, was genau er wissen will. Denn Gentests liefern immer umfassendere Resultate und auch Informationen, nach denen man gar nicht sucht. Die Tests können beispielsweise das Risiko für eine spätere Krebserkrankung anzeigen. Sie können eine Erbkrankheit aufdecken, von der man nichts wusste, die aber auf Nachkommen übertragen werden kann und auch die Verwandtschaft betrifft. Und nicht zuletzt liefern Gentests Informationen, die für Versicherungen sehr interessant sind.

Wie mit sogenannten Überschussinformationen umzugehen ist, regelt das Gesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen. Der Nationalrat nahm die Überarbeitung des Gesetzes am Dienstag an die Hand. Forderungen von Versicherungen nach einer obligatorischen Weitergabe von genetischen Informationen sind nicht durchgekommen. Und zu Recht haben die Parlamentarier das Recht auf Nichtwissen betont. Dieses ist unbedingt hochzuhalten. Das Gesetz sieht vor, dass die betroffene Person entscheiden kann, welche Überschussinformationen ihr mitgeteilt werden sollen. Bei Gentests im Lifestyle-Bereich – etwa zu sportlichen Veranlagungen – darf über Überschussinformationen gar nicht informiert werden.

Personen, die einen Gentest machen lassen, befassen sich mit Vorteil frühzeitig mit dem möglichen Resultat und besprechen mit einer medizinischen Fachperson, welche Vorteile ­ihnen das Wissen über ein Erkrankungs­risiko bringt. Zudem, ob es überhaupt eine präventive Behandlung gibt. Liegen keine Vorteile vor, kann es besser sein, vom Recht auf Nichtwissen Gebrauch zu machen. Denn beim Abschluss einer privaten Zusatzversicherung oder einer sehr hohen Lebens­versicherung können Versicherer schon nach geltendem Recht nach dem Vorliegen eines Gentests fragen, und der Versicherte muss Antwort geben. Auch dann, wenn er sich damit eine höhere Prämie einhandelt.

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