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Im Katastrophenfall «nur bedingt einsetzbar»

Künftig müssten die Kantone damit rechnen, dass sie auf Armeeleistungen zugunsten der zivilen Behörden verzichten müssen, sagt Armeechef André Blattmann.

Im Katastrophenfall braucht es die Armee: Rettungsübung «Demoex - Existenzsicherung». (27. Februar 2008)
Im Katastrophenfall braucht es die Armee: Rettungsübung «Demoex - Existenzsicherung». (27. Februar 2008)
Keystone

Die Schweizer Armee muss laut Korpskommandant André Blattmann «empfindlich einsparen» müssen, wenn sie bei einem Bestand von 100'000 Armeeangehörigen mit 4,4 Milliarden Franken pro Jahr auskommen muss.

Das Land werde auf Leistungen der Armee verzichten müssen, sagte Blattmann an einem Anlass in Uster ZH. «Für mich wären 5 Milliarden Franken ein vernünftiger Kompromiss gewesen», sagte der Armeechef.

Das eidgenössische Parlament wollte 5 Milliarden Franken ab 2014 zur Verfügung stellen, der Bundesrat beschloss im April einen Plafonds von 4,4 Milliarden und eine Sonderfinanzierung für neue Gripen-Kampfjets über einen Fonds.

Zusätzlicher Personalabbau

«Weniger Geld heisst weniger Leistung», sagte Blattmann. So müssten die Kantone beispielsweise damit rechnen, dass sie auf Armeeleistungen zugunsten der zivilen Behörden künftig verzichten müssten. Die Truppen wären im Katastrophenfall «nur bedingt einsetzbar».

Es müssen in allen Regionen der Schweiz Waffenplätze, Flugplätze und weitere Infrastrukturanlagen geschlossen werden. Arbeitsplatz- und Technologieverluste seien die Folge. Nötig sei ein zusätzlicher Personalabbau zur bereits bestehenden Abbauvorgabe von 9500 auf 8800 Stellen.

Blattmann sprach auf dem Schloss Uster vor etwas mehr als 60 Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Verwaltung und militärischen Verbänden. Weil der permanente Wandel, in dem sich die Armee befinde, Erklärungsbedarf auslöse, reise er jedes Quartal in eine Region der Schweiz. Dort könne er Veränderungsprozesse den Meinungsführern «im direkten Kontakt und im kleinen Kreis» erläutern.

SDA/kle

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