«Ich weiss jetzt, wer meine Todfeinde sind»

SVP-Nationalrat Luzi Stamm nimmt nach Turbulenzen um seine Person eine Auszeit. In einem Interview rechnet der 66-Jährige mit seinen Parteikollegen ab.

Turbulenzen, Auszeit und eine Abrechnung: Luzi Stamm sorgt für Aufsehen in der Schweizer Politik. (Archiv)

Turbulenzen, Auszeit und eine Abrechnung: Luzi Stamm sorgt für Aufsehen in der Schweizer Politik. (Archiv)

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

Der Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm sorgt seit seinem umstrittenen Kokain-Kauf und einem Koffer voller Falschgeld, den er im Bundeshaus mit sich trug, schweizweit für Schlagzeilen. Nun hat er sich, nach Absprache mit der kantonalen Parteileitung, entschieden, an der Frühjahrssession nicht mehr länger teilzunehmen und sich eine Auszeit zu gönnen.

Nach den Turbulenzen rechnet Stamm nun mit seinen Parteikollegen ab. Mit Präsident Albert Rösti habe er ein gutes Gespräch geführt, sagt er im Interview mit dem «SonntagsBlick». «Aber es spricht Bände, dass gewisse Kollegen mich vor laufender Kamera als verwirrt bezeichnen, ohne mit mir ein Wort gesprochen zu haben», meint er in Richtung Andreas Glarner.

«Es gibt null Probleme, ich bin gesund»

«Die ganze Geschichte hat immerhin einen Vorteil: Ich weiss jetzt, wer meine Todfeinde sind.» Zu Gerüchten über seinen Gesundheitszustand sagt Stamm: «Ich habe meiner Frau gesagt: Sieh mich an, Steffi! Es gibt null Probleme, ich bin gesund.» Vor seiner SVP-Fraktion werde er nicht hinstehen. «Ich werde keine Erklärungen ­abgeben. Ich führe aber Vier­augengespräche mit jedem, der auf mich zukommt», sagt er der Zeitung.

Gegenüber der Polizei will er kooperativ sein: «Ich habe soeben die Berner Polizei angerufen und mitgeteilt, dass ich vollumfänglich zur Verfügung stehe. Kommt der Befehl ‹Stamm nach Bern!›, werde ich dem selbstverständlich nachkommen. Ich habe bereits ein Haar von mir aufgeklebt, falls die Behörde eine Haarprobe braucht.»

Offenbar Klagen über Stamm

Wie der «SonntagsBlick» weiter schreibt, hatte Stamms Verhalten im Bundeshaus schon früher Konsequenzen: Am 30. November 2017 wurde er in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) als Präsident der für das Justizdepartement zuständigen GPK-Subkommission abgesetzt. Wie Recherchen der Zeitung zeigen, hatten sich Mitglieder der Parlamentsdienste im Vorfeld über die Zusammenarbeit mit Stamm beklagt.

«Ich erbat mir 24 Stunden Bedenkzeit und kam zum Schluss, dass mir das gerade recht kommt», sagt er weiter im Interview. Des Amtes entheben kann die Partei einen gewählten Parlamentarier nicht. Einzig der Ausschluss aus Gremien ist denkbar. In der Fraktion ist Stamm nach wie vor der aussenpolitische Leader in der Kommission.

(Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Redaktion Tamedia).

red

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