«Ich sehe für die BDP eine düstere Zukunft»

BDP-Nationalrat Hans Grunder rechnet mit der Spitze seiner Partei ab. Er kritisiert deren Alleingang und den Umgang mit der ehemaligen BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf.

Fürchtet das Ende seiner Partei: BDP-Nationalrat Hans Grunder. (Archivbild)

Fürchtet das Ende seiner Partei: BDP-Nationalrat Hans Grunder. (Archivbild)

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

Hans Grunder, Nationalrat und Gründungspräsident der BDP, ist besorgt um seine Partei. «Ich sehe für die Partei eine düstere Zukunft», sagt er im «Sonntagsblick». «Die Wahrscheinlichkeit, dass es die BDP in einigen Jahren nicht mehr gibt, ist leider gross.» Die BDP könne längerfristig nur in einer «Allianz der Mitte» überleben, ist er überzeugt, doch würden die Zeichen der Parteileitung eher auf den Alleingang deuten.

Damit spielt Grunder auf die gescheiterte Union mit der CVP an und kritisiert, dass die Parteispitze um Präsident Martin Landolt und Fraktionschefin Rosmarie Quadranti weiterhin auf Solopfaden wandelt. Auch lässt er seinen Unmut erkennen, dass sich die Parteileitung nach seinem Rücktritt als Präsident im Herbst 2012 von der eigenen Bundesrätin entfernt habe. Dass der BDP-Präsident auf Abstand zu Widmer-Schlumpf ging, habe die Magistratin gestört. «Die Partei ging im Wahlkampf demonstrativ auf Distanz zur eigenen Bundesrätin», erinnert sich Grunder, weil man nicht als Widmer-Schlumpf-Wahlverein gelten wollte. Das sei der Grund, weshalb sich die Galionsfigur der Partei nicht mehr für die BDP engagiere.

Vizepräsident Hess relativiert die Vorwürfe

BDP-Vizepräsident Lorenz Hess nimmt Stellung zu den Vorwürfen: «Wenn Hans Grunder Kritik anbringen will, kann er das gern parteiintern tun.» Hess hat Verständnis, dass der Gründerpräsident sich um die Partei sorge, doch sei Grunder bisweilen zu weit weg vom aktuellen Geschehen in der BDP, sagt er im «Sonntagsblick». Dass sich Eveline Widmer-Schlumpf derzeit nicht engagiere, habe aber nichts mit Martin Landolt zu tun. Hess hofft, dass sich die ehemalige Bundesrätin künftig doch noch für die Partei einsetze. Und die von Grunder angemahnte Zusammenarbeit in der Mitte sei ebenfalls noch nicht vom Tisch.

chi

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