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«Ich habe nie etwas Unrechtes getan»

Der gefallene Bundesratskandidat Bruno Zuppiger verteidigt sich gegen die Vorwürfe in der Erbschaftsaffäre. In einem Zeitungsinterview sagt der Zürcher SVP-Nationalrat, dass er sich nicht habe bereichern wollen.

In der Erbschaftsaffäre, die ihn die Bundesratskandidatur gekostet hat, räumt Bruno Zuppiger zwar Fehler ein. Er widerspricht aber der Darstellung der «Weltwoche». «Ich habe mich nicht bereichern wollen», sagt Zuppiger in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» und der «Südostschweiz». Im Interview, das gestern noch vor dem Rückzug als Bundesratskandidat stattfand, gelingt es Zuppiger jedoch nicht, offene Fragen überzeugend zu beantworten.

Die Vollstreckung des Erbes einer Mitarbeiterin, mit der Zuppiger im Jahr 2000 betraut worden war, habe einer seiner Mitarbeitenden betreut. «Ich bin davon ausgegangen, dass der Fall längst abgeschlossen ist, wurde aber Ende 2009 von der Gegenpartei darauf aufmerksam gemacht, dass dem nicht so ist», sagt Zuppiger. Dann habe er unverzüglich Verantwortung übernommen und 2010 eine Lösung mit der Gegenpartei gefunden. Diese habe das Geld erhalten – mit Zins und Zinseszins. Das Geld habe er persönlich aufgebracht. «Das war nicht einfach, ich musste mich ziemlich strecken.» Er habe die Angelegenheit als Unternehmer sauber geregelt.

«Ich weiss nicht, wieso er so vorgegangen ist»

Weshalb sein Mitarbeiter über die Hälfte des Erbes von insgesamt 265'000 Franken als Honorar verrechnet habe, könne er nicht erklären. «Ich weiss nicht, wieso er so vorgegangen ist.» Im Weiteren sagt Zuppiger, dass er zwar gewusst habe, dass 100'000 Franken aus dem Erbe auf ein separates Konto überwiesen worden seien. Er vermeidet es aber, das separate Konto als eigenes zu bezeichnen. Dass er für die Überweisung eine Unterschrift geleistet habe, sei richtig. «Der Mitarbeiter hat mir das Dokument zur Unterschrift vorgelegt.» Dafür habe er Verantwortung zu übernehmen. «Aber ich sage es noch einmal: Ich habe mich nicht bereichern wollen.»

Der Zürcher SVP-Nationalrat wehrt sich auch gegen den «absurden Vorwurf», ein Waffenhändler zu sein, weil er das Mandat einer Firma betreut habe, die eine Produktionsstätte der Ruag in Thun kaufen wollte. «Man wollte mich immer wieder desavouieren. Es ist nie gelungen», sagt Zuppiger. «Ich stehe gut da, habe bei niemandem Schulden, habe nie etwas Unrechtes getan. Sonst wäre ich heute auch nicht da, wo ich bin.»

Information der Streitparteien ist nicht ausgeschlossen

Zuppiger versichert, dass in der Affäre niemand zu Schaden gekommen sei. Wegen der Stillschweigevereinbarung habe er nur die Parteispitze informiert. Vier Personen in der SVP hätten von der Erbschaftsangelegenheit gewusst: «der Parteipräsident, der Fraktionsvorsitzende, Vizepräsident Christoph Blocher und der Generalsekretär.» Zuppiger zeigte sich überzeugt, dass «niemand aus der SVP» hinter dieser Aktion stehe.

Angesichts der neuen Situation nach dem «Weltwoche»-Bericht wird Zuppiger nun mit allen Erbschaftsbeteiligten über die Frage sprechen, ob und wie man kommunizieren wolle. «Allerdings will ich andere jetzt nicht mit Dreck bewerfen und mit hineinziehen», sagt der gefallene Bundesratskandidat. «Nein: Ich stehe dafür grad und entschuldige mich.»

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