Hier verlor die SVP am meisten Wähler

Ein Vergleich zur Ausschaffungsinitiative zeigt, in welchen Kantonen das grösste Umdenken stattfand. Dabei gibt es eine grosse Überraschung.

Am 28. November 2010 stimmte das Schweizer Volk über die Ausschaffungsinitiative der SVP ab, die mit einer Mehrheit von 52,3 Prozent der Stimmenden und 17,5 Ständen angenommen wurde. Gerade mal sechs Kantone stimmten gegen die Initiative, fünf davon aus der Romandie – Basel-Stadt war als einziger Deutschschweizer Kanton gegen die Ausschaffungsinitiative.

Nun lehnte das Schweizer Stimmvolk die Durchsetzungsinitiative an einem spannungsgeladenen Abstimmungssonntag überraschend deutlich ab. Zu Ende ging ein nervenaufreibender Wahlkampf, den niemanden kaltgelassen hat. Die Gegner der Initiative, «ein Mix engagierter Bürger mit erstaunlicher Mobilisierungskraft», wie TA-Inland-Ressortleiter Daniel Foppa schreibt, haben es geschafft, Emotionen zu verbreiten, wie es sonst nur die SVP konnte. Insbesondere in der Deutschschweiz ist dies eindrucksvoll gelungen, wie ein Vergleich der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» zur Ausschaffungsinitiative aufzeigt.

Wahl-Landkarte: Wie die Schweiz, aufgeteilt in Kantone, gewählt hat. Quelle: «Le Temps»

Am grössten ist der Unterschied im Kanton Zürich: 16,8 Prozent mehr Wähler lehnten die Initiative ab. Auch in den Kantonen Uri und Nidwalden, in welchen die DSI in der Summe befürwortet wurde, stiegen die Nein-Stimmen um rund 10 Prozent – in Schwyz sogar um 12,4 Prozent. Von der Zeitung als eine der grössten Überraschungen taxiert wurden die 13 Prozent mehr Nein-Wähler im Kanton Aargau. Nur eine leichte Veränderung gab es hingegen im Tessin, mit fast 60 Prozent grösster Ja-Kanton: Knapp zwei Prozent mehr waren gegen die Initiative.

Für «Le Temps» waren aber nicht nur die Argumente der Initiativgegner entscheidend: «Vielleicht ist die SVP für einige Wähler einfach zu weit gegangen, und sie entschieden, es liege am Parlament, die Ausschaffungsinitiative umzusetzen.» Trotz des deutlichen Umschwungs sei die Strategie der Partei aber besorgniserregend. Aber: «An diesem Sonntag haben SVP-Befürworter aufgezeigt, dass sie sich von der Aggressivität ihrer Partei distanzieren können.»

fas

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