Globalbudgets als Chance

Geschickt eingesetzt könnten Globalbudgets den nötigen Druck auf die Akteure des Gesundheitswesens schaffen, um sich auf ein vernünftiges Kostenwachstum zu einigen.

Felix Straumann@fstraum

Eine beeindruckende Koalition aus Akteuren im Gesundheitswesen markiert bereits jetzt Widerstand gegen die Pläne des Bundesrats. Sie stört sich dabei vor allem am Vorhaben, Globalbudgets einzuführen, wie dies sowohl auf nationaler als auch auf kantonaler Ebene vorgesehen ist.

Tatsächlich sind Globalbudgets heikel, jedoch nicht zwingend. Geschickt eingesetzt könnten sie den nötigen Druck auf die Akteure des Gesundheitswesen schaffen, um sich auf ein vernünftiges Kostenwachstum zu einigen. Das wäre grundsätzlich zu begrüssen. Die Vorschläge von Experten, auf die sich der Bundesrat stützt, würden die Festlegung der einzelnen Teilziele denn auch primär den Kantonen, Ärzten, Spitälern und Versicherern überlassen. Allerdings ist das alles andere als ins Detail ausgearbeitet. Es ist deshalb zu früh, wenn die Gegnerinnen und Gegner bereits jetzt den Teufel an die Wand malen und von Rationierung und Zweiklassenmedizin sprechen.

Die heftige Reaktion in einem so frühen Stadium lässt die Erwartungen an die Umsetzung der Vorschläge gegen null schrumpfen. Sie verstärkt gleichzeitig den Eindruck, dass die verschiedenen Akteure lieber auf Vorrat Nein sagen, statt sich an konstruktiven Lösungen zu beteiligen. Das ist bedauerlich. Es scheint, wie wenn ohne mutige Eingriffe von aussen durch die Politik gar nichts gehen würde.

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