Hacker erpressen Online-Shops mit Drohbriefen

Bei den DDoS-Attacken auf Schweizer Firmen diese Woche sind auch Lösegeld-Forderungen gestellt worden. Die Betroffenen wenden sich nun an die Justiz.

Es erhärtet sich der Verdacht, dass die Cyber-Angriffe koordiniert und geplant waren. (Symbolbild)

Es erhärtet sich der Verdacht, dass die Cyber-Angriffe koordiniert und geplant waren. (Symbolbild)

(Bild: Keystone Gaetan Bally)

Verschiedene Webseiten von Schweizer Firmen wurden diese Woche von einer beispiellosen Welle von DDoS-Attacken in die Knie gezwungen – vor allem Webshops der beiden Grossverteiler Migros (Digitec/Galaxus, Micasa, M Electronics, LeShop) und Coop (Interdiscount und Microspot) waren betroffen. Jetzt stellt sich heraus: Verschiedene Betroffenen haben auch Drohbriefe und Lösegeld-Forderungen erhalten, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

«Wir haben umgehend Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet», bestätigt Digitec-Gründer und CEO Florian Teuteberg gegenüber der Zeitung. Bei Dutzenden Schweizer Banken seien bereits vor den ersten Attacken Erpresserschreiben einer Hacker-Gruppe namens «Armada Collective» eingangen: «Wenn Sie bis am Montag nicht 25 Bitcoins [ca. 10'000 Franken] bezahlen, starten DDoS-Attacken auf alle Ihre Server», sei gedroht worden.

Damit erhärtet sich der Verdacht, dass die Angriffe von einer Gruppe koordiniert und geplant wurden. Max Klaus, Sicherheits-Experte bei der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani), sagte zur «NZZ am Sonntag»: «Diese Attacken benötigten eine massive eingekaufte Rechenleistung und dürften teuer gewesen sein.» Dass es sich bei den Drahtziehern aber um das «Armada Colletive» handelt, bezweifelt er – Banken seien seines Wissens schliesslich nicht angegriffen worden.

mch

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