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Grosse Mehrheit für Mindestlohn

Abzocker-, 1:12- und Mindestlohninitiative: Die Schweiz steuert immer mehr nach links. Laut einer Umfrage sind zurzeit rund drei Viertel der Stimmberechtigten für einen staatlich verordneten Mindestlohn.

Linke Kreise erhoffen sich von einem Mindestlohn den Aufstieg armer Bevölkerungsschichten: Ein Arbeiter auf einer Leiter. (Archivbild Keystone, Urs Flüeler)
Linke Kreise erhoffen sich von einem Mindestlohn den Aufstieg armer Bevölkerungsschichten: Ein Arbeiter auf einer Leiter. (Archivbild Keystone, Urs Flüeler)

Würde heute abgestimmt, wären 76 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten für die Mindestlohninitiative. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Link Instituts, die von der «Schweiz am Sonntag» veröffentlicht wurde.

Demnach sprachen sich 38 Prozent der Befragten «voll» und 38 Prozent «eher» für Initiative aus. Lediglich 7 Prozent sind «voll» und 15 Prozent «eher dagegen». Das Link Institut befragte im Auftrag des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, der die Initiative lanciert hatte, vom 11. bis zum 16. März 1010 Schweizerinnen und Schweizer.

Bund: Mindestlohn nicht geeignet

Die Volksinitiative «Für den Schutz fairer Löhne» verlangt einen gesetzlichen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde. Er soll für alle Branchen und in allen Landesteilen gelten. Ferner sollen Bund und Kantone Mindestlöhne in Gesamtarbeitsverträgen fördern.

Der Bundesrat sprach sich im Januar gegen die Initiative aus und verzichtete auch auf einen Gegenvorschlag. Er teile zwar das Ziel der Initianten, die Armut zu bekämpfen. Ein Mindestlohn sei dafür aber kein geeignetes Mittel.

Schneider-Ammann: Mehr Arbeitslose

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann relativierte gegenüber der «Schweiz am Sonntag» auch die Umfrage-Ergebnisse: Wenn die Befragten zwischen etwas mehr Lohn oder einer gesicherten Arbeitsstelle abwägen müssten, dann sähen die Antworten wohl anders aus, sagte er.

Die Initiative würde mehr Leute in die Arbeitslosigkeit schicken, denn sie habe zwei negative Effekte: «Erstens würden die Unternehmen zurückhaltender mit Neueinstellungen und zweitens nehmen wir den jungen Leuten einen gewissen Ehrgeiz weg, an sich und ihrer Karriere zu arbeiten», sagte Schneider-Ammann.

SDA/rub

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