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«Glencore und Xstrata werden für die Schweiz zum Reputationsrisiko»

In Zug demonstrierten rund 300 Menschen gegen Glencore und Xstrata. Mit dabei an der Kundgebung war Grüne-Politiker Jo Lang. Er sagt, weshalb sich die Schweizer mit den Rohstoffkonzernen befassen sollten.

Trugen Kreuze (l.)aus Solidarität mit getöteten Demonstranten im peruanischen Espinar: Teilnehmer der Kundgebung in Zug.(11. Juli 2012)
Trugen Kreuze (l.)aus Solidarität mit getöteten Demonstranten im peruanischen Espinar: Teilnehmer der Kundgebung in Zug.(11. Juli 2012)
Reto Moosmann, Leserreporter

In Zug fand am Mittwochabend eine Demonstration gegen Glencore und Xstrata statt. Aktivisten zogen vom Bahnhof durch die Stadt auf den Unteren Postplatz, welcher zwischen dem Xstrata-Sitz und dem Zuger Regierungsgebäude liegt. Zur Kundgebung hatte die Gruppe «Solidarität mit den Opfern der Rohstoffmultis» gerufen. Ziel der Aktion war es laut Organisatoren, unter anderem, die rücksichtslose Politik der Konzerne anzuprangern.

Diese verursachten Umweltschäden, verstiessen gegen Menschen- und Sozialrechte und vergrösserten den globalen Graben zwischen arm und reich, heisst es im Schreiben des Zuger Komitees.

«Sitz in Zug, Opfer im Ausland»

Einer der Redner der Kundgebung auf dem Postplatz war Josef Lang, Vizepräsident der Grünen Schweiz. Gegenüber Redaktion Tamedia meinte er, es seien Rund 350 Menschen an die Demonstration gekommen. Die Stimmung sei friedlich. Ziel der Kundgebung sei es, die Solidarität mit denen Auszudrücken, die unter den Machenschaften der Rohstoffkonzerne litten.

Es ginge aber auch darum, die Menschen hier auf das Thema aufmerksam zu machen: «Wir wollen der Bevölkerung in Zug und der ganzen Schweiz zeigen, dass ein Problem heranwächst. Diese Konzerne werden zu einem Reputationsrisiko und mit einer Fusion zum Klumpenrisiko für die Schweiz.» Glencore und Xstrata hätten ihre Sitze in Zug, sorgten aber in anderen Ländern für Schäden und Opfer.

Fusion verschoben

Ursprünglich war für Donnerstag geplant gewesen, dass in einer ausserordentlichen Aktionärsversammlung über die Fusion von Glencore und Xstrata begestimmt wird. Doch die Versammlung musste wegen Preis- Nachforderungen des Golfstaates Katar verschoben werden. Aktionäre hatten zudem die Manager-Vergütungen für das Xstrata-Geschäft kritisiert.

Mit einem neuen Herbst-Termin erhält Glencore, der bereits grösster Anteileigner bei Xstrata ist, nun noch mehrere Wochen Zeit, sich mit Katar über die Konditionen für das Geschäft zu einigen.

Gestern hatte sich die Sendung «Club» im Schweizer Fernsehen mit dem Thema Rohstoffhandel beschäftigt. Vertreter der Firmen Glencore und Xstrata waren der Diskussionsrunde jedoch ferngeblieben.

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