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Glarner Kampfwahl könnte BDP Schweiz erlösen

Der Rücktritt des Glarner SP-Nationalrats Werner Marti hilft der BDP Schweiz vielleicht aus der Patsche. Kandidiert Martin Landolt, ist er wohl gewählt. Und die BDP hätte in Bern 5 Sitze.

«Eine Kandidatur für den frei gewordenen Glarner Nationalratssitz hätte durchaus seinen Reiz», sagt der 40-jährige Bankkaufmann Martin Landolt aus Näfels. Er war früher ein Aushängeschild der kantonalen SVP, gehörte aber in diesem Frühsommer zu den prominenten Dissidenten in der Blocher-Partei. Landolt war Mitbegründer der neuen Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) in Glarus und führt sie nun als Präsident auch an.

Grunder setzt auf Kandidatur

Für den Berner Nationalrat Hans Grunder, der heute Samstag zum ersten Präsidenten der BDP Schweiz gewählt werden dürfte, wäre eine Kandidatur von Landolt ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. «Wenn er kandidiert, dürfte er auch gewählt werden», glaubt Grunder, «und wir könnten aus eigener Kraft im Nationalrat eine Fraktion bilden.» Mit den vier bisherigen Sitzen der abtrünnigen SVP-Nationalräte Hans Grunder, Ursula Haller, (beide BE), Brigitta Gadient und Hansjörg Hassler (beide GR) fehlt der BDP genau ein Mandat zur Fraktionsbildung – und somit auch der Zutritt zu den parlamentarischen Kommissionen. Die BDP-Vertreter sind damit vorderhand fraktionslos.

Die Chance sei gross, dass Landolt bei der Glarner Ersatzwahl vom 8. Februar 2009 antreten werde, glaubt Grunder. Landolt will bis Ende November «in aller Ruhe» klären, ob ein allfälliges Nationalratsmandat mit Familie und Beruf zu vereinbaren wäre. Er ist als Bankkaufmann bei der Bank Vontobel in einer Führungsposition tätig. «Ich muss mir das ernsthaft überlegen», sagte er gestern. Landolt ist eine bekannte Grösse im Glarnerland. Der ehemalige SVP-Fraktionschef war 2004 Regierungsratskandidat und präsidierte 2006 das Kantonsparlament. Die Ersatzwahl ist nötig, weil der 51-jährige SP-Nationalrat Werner Marti auf den 1. Januar 2009 in den Verwaltungsrat der Alptransit Gotthard AG gewählt wurde und deshalb sein Mandat in Bern aufgeben muss.

Wird Schmid Farbe bekennen?

An der heutigen BDP-Gründungsversammlung in der Glarner Landesbibliothek werden auch die Bundesräte Samuel Schmid und Eveline Widmer-Schlumpf anwesend sein. Ob Schmid bei dieser Gelegenheit seiner Partei erklären wird, wie es mit ihm weitergeht, ist offen. Der designierte Parteipräsident Hans Grunder hat den VBS-Chef am Donnerstag persönlich getroffen. Er wisse aber nicht, was Schmid vor den BDP-Delegierten sagen werde. «Ich wäre froh, wenn er Farbe bekennen würde», sagt Grunder. Eher unwahrscheinlich sei, dass Schmid in Glarus seinen Rücktritt ankündige.

An der Gründungsversammlung ist nicht nur die Wahl des Präsidiums und der Geschäftsleitung traktandiert. Die BDP will auch ein Parteiprogramm verabschieden und erste Positionsbezüge in der Wirtschaftspolitik sowie in der Energie- und Klimapolitik vornehmen. Vorderhand verfügt die Partei in Bern, Glarus und Graubünden über eigene Kantonalsektionen. Weitere dürften im Aargau und im Thurgau sowie allenfalls auch im Kanton Zürich gegründet werden. Die BDP stellt derzeit vier Regierungsräte und ist in drei Kantonsparlamenten mit insgesamt 54 Sitzen vertreten.

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