Zum Hauptinhalt springen

Geheime Türen im Bundeshaus

Die Geheimtüre, durch die Geheimdienstchef Markus Seiler nach der Befragung durch die Sicherheitskommission entschwand, ist absolut «topsecret». Die Parlamentsdienste verweigern jegliche Auskunft.

Er kam, sprach und kam nicht wieder: Markus Seiler, Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes, vor der Anhörung durch die Sicherheitskommission, zu der er auf konventionellem Weg gelangte.
Er kam, sprach und kam nicht wieder: Markus Seiler, Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes, vor der Anhörung durch die Sicherheitskommission, zu der er auf konventionellem Weg gelangte.
Keystone

Die Journalisten warteten gestern vor dem Sitzungszimmer der Sicherheitskommission vergeblich auf Geheimdienstchef Markus Seiler. Dieser musste zur Datendiebstahl-Affäre Auskunft geben. Danach verschwand Maurers «Chefspion» durch eine Hintertüre, wie mehrere Medien heute berichteten. Offenbar handelt es sich bei seinem Schlupfloch um einen von vielen Notausgängen im Parlamentsgebäude, die von den Sitzungszimmern auf verschlungenen Pfaden und wahrscheinlich über West- und Ostflügel des Bundeshauses nach draussen führen.

Notausgänge, das braucht es in jedem grösseren Gebäude. Was man bisher nicht wusste: Diese Notausgänge sind so geheim, dass die Parlamentsdienste, welche dazu das Sagen haben, darüber keine Auskunft geben wollen – weil die Türen sonst nicht mehr geheim seien. Man erfährt nur, dass es im Parlamentsgebäude viele Türen hat – insgesamt über 400. Und dass die Türhoheit offenbar in die Zuständigkeit von Simonetta Sommarugas Fedpol falle, weil es um die Sicherheit geht.

Auch Hildebrand verschwand

Seiler war aber nicht der erste Sitzungsteilnehmer, der danach dahinter verschwand. Der Präsident der Wirtschaftskommission (WAK), Christophe Darbellay, erinnert sich, dass der frühere Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand nach seiner Anhörung in der WAK im Sitzungszimmer 286 auch über die Geheimtüre nach draussen geleitet wurde. «Ich habe sie selber aber nie benützt», sagt Christophe Darbellay. Er müsse sich nicht verstecken.

Pikanterweise sind nicht einmal alle Bundesräte über diese Ausgänge informiert, wie Redaktion Tamedia in Erfahrung bringen konnte. Ein Bundesrat, der darüber Bescheid weiss, ist Alain Berset, weil er sie selber schon einmal benützt hat. Wenigstens glaubt das sein Parteikollege und Nationalrat Corrado Pardini. Er habe einmal nach einer Kommissionssitzung auf Alain Berset gewartet. Als dieser auf sich warten liess, sei er noch einmal ins Sitzungszimmer zurückgegangen, Berset sei aber nicht mehr da gewesen. Er habe darum vermutet, der Bundesrat sei durch eine andere Tür entschwunden. Aber auch Pardini weiss nicht, wohin die Türe genau hinführt.

Vom Toilettenvorzimmer...

So viel sei hier, aller Geheimhaltung zum Trotz, aber verraten: Wer wie Spion Seiler unauffällig verschwinden will, geht vom Sitzungszimmer ins angrenzende Toilettenvorzimmer und von da...

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch