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Fussgänger-Lobby wehrt sich gegen Segways auf Trottoirs

Segways sollen auf Velowegen erlaubt sein und nur noch den Töffliausweis erfordern: Gegen diese Pläne des Bundes regt sich breiter Widerstand. Nur eine Gruppierung hat keine Vorbehalte.

Heute dürfen die Stehroller nur mit Führerausweis gefahren werden: Segway-Lenkerinnen in Sion. (Archivbild: Keystone)
Heute dürfen die Stehroller nur mit Führerausweis gefahren werden: Segway-Lenkerinnen in Sion. (Archivbild: Keystone)

Geht es nach dem Bundesamt für Strassen (Astra), sollen Stehroller (Segways) in Zukunft auf Radwegen und damit teilweise auch in Fussgängerzonen zugelassen sein. Neben stehrollerartigen Fahrzeugen sollen unter anderem auch Velo-Rikschas mit Elektromotor auf den Velowegen benützt werden dürfen, sofern sie nicht breiter als einen Meter sind. Die Anhörung zu den Vorschlägen des Astra endete am Freitag.

Der Verband Fussverkehr Schweiz wehrt sich gegen die Änderung, die auf einen Vorstoss aus dem Parlament zurückgeht. Er befürchtet, dass die Fussgänger in jenen Fussgängerzonen und auf jenen Trottoirs, die auch für Velos freigegeben sind, «noch mehr in Bedrängnis geraten».

Ursprünglich habe sich die Zulassung von Velos auf Trottoirs auf Ausnahmen beschränkt, etwa zur Schulwegsicherung. Insbesondere in den Städten sei die Ausnahme vielfach zur Regel geworden, hält Fussverkehr Schweiz fest. Mit der Zulassung weiterer Fahrzeugtypen verschärfe sich das Problem noch. Bereits heute beschwerten sich viele, meist ältere Personen, sie fühlten sich auf Trottoirs nicht mehr sicher.

Zusätzliches Konfliktpotenzial

Aus der Sicht der Fussgänger-Lobby braucht es eine Trendwende: «Die Gehflächen sollen im Grundsatz wieder exklusiv den Fussgängerinnen und Fussgängern vorbehalten sein.» Der Verband erachtet es zudem grundsätzlich als «Fehler», dass Stehroller in der Schweiz zugelassen wurden. Auch der Dachverband Pro Velo befürchtet eine Zunahme des Konfliktpotenzials. Die zusätzliche Belastung durch die neuen Fahrzeuge lasse sich nicht mehr bewältigen, hält der Verband fest.

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) spricht sich zwar dafür aus, dass Stehroller und Velo-Rikschas mit Elektromotor auf den Velowegen verkehren dürfen - von Fussgängerzonen müssten sie aber ferngehalten werden. Neben der Gesundheit der Fussgänger sieht der VCS auch jene der Fahrzeugnutzer in Gefahr.

Tourismus-Verband für Lockerung

Grund dafür sind die vorgeschlagenen neuen Anforderungen: Heute darf ein Stehroller nur mit einem Führerausweis gelenkt werden. Neu soll für Personen ab 14 Jahren der Führerausweis für Motorfahrräder, der «Töffliausweis», reichen. Personen ab 16 Jahren sollen keinen Ausweis mehr benötigen. Der VCS fordert, dass zumindest eine Kurzausbildung für obligatorisch erklärt wird. Andernfalls könne sich eine Person ohne jede Erfahrung beim Steuern eines Stehrollers selber in Gefahr bringen.

Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) hingegen begrüsst die Erleichterung. Im internationalen Vergleich habe die Schweiz die restriktivsten Zulassungsbedingungen. «Touristen verstehen nicht, wieso sie einen Stehroller in ihrem Heimatland fahren dürfen, jedoch in der Schweiz nicht.» Die geplanten Änderungen seien deshalb bedeutend für eine sinnvolle Verwendung der Stehroller für Tourismusaktivitäten, hält der STV fest. Der Verband denkt dabei an Städtetouren.

Auch der Verband Fussverkehr Schweiz will Rikschataxis und Segway-Touren nicht gänzlich verbieten - da es sich aber um eine gut fassbare Anbietergruppe handle, sei eine generelle Zulassung für elektrische Fahrzeuge auf Velowegen «übertrieben». Der Verband spricht sich deshalb für zeitlich und örtlich beschränkte Einzelbewilligungen aus.

SDA/thu

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