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Flüge in Kloten nun auch während Nachtflugsperre

Der Luftraum über der Schweiz ist wieder geöffnet. Bis der Flugverkehr Normalbetrieb erreicht, kann es vereinzelt auch zu Starts und Landungen zu Unzeiten kommen.

Der Betrieb auf Europas Airports ist zur Normalität zurückgekehrt: Landendes und startendes Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am 21. April.
Der Betrieb auf Europas Airports ist zur Normalität zurückgekehrt: Landendes und startendes Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am 21. April.
Reuters
Seine Kraft lässt nach: Der Eyjafjallajökull am 20. April 2010.
Seine Kraft lässt nach: Der Eyjafjallajökull am 20. April 2010.
Keystone
Düstere Aussichten: Eine Satellitenaufnahme zeigte, wie sich die Aschenwolke allmählich über Europa ausbreitet.
Düstere Aussichten: Eine Satellitenaufnahme zeigte, wie sich die Aschenwolke allmählich über Europa ausbreitet.
Reuters
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Die Nachtflugsperre gilt zwischen 0 und 6 Uhr. Wie viele Flugzeuge während der Nacht landen werden, sei noch nicht absehbar, sagte Jasmin Bodmer, Mediensprecherin des Flughafens Zürich, am Dienstagmorgen auf Anfrage.

Knapp eine Stunde nach dem Start der ersten Maschine um 8.03 Uhr hat in Zürich-Kloten das erste Flugzeug am Boden aufgesetzt. Es handelte sich dabei um einen Flug der Cirrus Airlines aus Dresden. Der Jet landete um 8.56 Uhr auf Piste 14, wie der Flughafen mitteilte. Bis 9.45 Uhr seien 315 Flüge annulliert worden. Dieser Stand könne sich im Laufe des Tages noch ändern. Die Besucherterrasse bleibt während des ganzen Tages geschlossen.

Für einige Frachtgüter gibt es besondere Bestimmungen. So gilt bis Donnerstag eine generelle Annahmesperre für Gefahrengutsendungen, Kühlwaren, Särge, lebende Tiere sowie Frischprodukte. Diese könnten momentan nicht entgegengenommen werden, schreibt der Flughafen.

Nur mit Ticket zum Flughafen

Nur Flugreisende mit einem bestätigten Ticket sollten zum Flughafen kommen, empfiehlt Rauch. Informationen erhalten die Passagiere bei ihrer jeweiligen Fluggesellschaft. Beim ersten gestarteten Jet handelt es sich um eine Maschine der Belair nach Sharm-el-Sheikh. An Bord befanden sich 119 Passagiere.

Die ersten Swiss-Flugzeuge sollen ab 10 Uhr abheben. Bereits ab 9 Uhr werden die ersten Langstreckenflüge am Flughafen Zürich erwartet, sagte Kreuzer. Es könne aber weiterhin zu Ausfällen kommen. Daher sollten nur Fluggäste mit bestätigten Buchungen die Reise zum Flughafen antreten, hiess es bei der Swiss.

Wiederaufnahme der Flüge in Genf

Nach der aufgehobenen Sperrung des Schweizer Luftraums hat der Flugbetrieb auch am Dienstag in Genf-Cointrin wieder begonnen. Kurz nach 8 Uhr machte sich die erste Maschine am internationalen Flughafen startbereit, wie Flughafensprecher Bertrand Stämpfli sagte.

Der Betrieb werde langsam hochgefahren, erklärte Stämpfli der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage. Zahlreiche Fluggesellschaften hätten immer noch Flüge annulliert. Die Flughafenbetreiber raten allen Passagieren, deren Flüge als Ausfälle registriert sind, davon ab, an den Flughafen zu kommen.

Erstes Flugzeug in Basel um 9.08 Uhr abgehoben

Der Flughafen Basel-Mülhausen hat den Flugbetrieb am Dienstagmorgen nach und nach wieder aufgenommen. Um 9.08 Uhr hat laut Website das erste Flugzeug wieder abgehoben - mit gut einer Stunde Verspätung. Die Flughafen-Homepage war zeitweise vom Ansturm überfordert.

Der EuroAirport (EAP) bestätigte am Dienstag früh die Ankündigung vom Vortag, um 8 Uhr den Flugbetrieb wieder aufzunehmen. Die französische Zivilluftfahrtbehörde hatte in der Nacht grünes Licht gegeben. Der EAP bittet Reisende, sich direkt an ihre Fluggesellschaften und Reiseveranstalter zu wenden. Der EAP war am Freitag 24 Uhr geschlossen worden wegen der Vulkanasche-Wolke aus Island. Bis Dienstag früh sind laut Flughafen- Communiqué insgesamt 470 Flüge annulliert worden. Der Flugbetrieb über Basel solle «progressiv» wieder anlaufen. Gemäss Website-Flugplan sind die nächsten Flüge erst am Nachmittag angesetzt.

Deutschland ab 14 Uhr

Die Aschewolke aus Island verhindert jedoch nach wie vor Flüge nach Deutschland bis 14 Uhr. Auch danach müsse bei den für heute geplanten Flügen nach Deutschland mit Verspätungen gerechnet werden, sagte Swiss-Sprecherin Andrea Kreuzer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA am Dienstagmorgen.

Die Deutsche Lufthansa will am Dienstag vor allem Interkontinentalverbindungen durchführen und 15'000 gestrandete Passagiere nach Deutschland zurückbringen. Auch einige wenige innereuropäische Flüge sollen von Deutschland aus durchgeführt werden. Air Berlin nahm trotz der weiter geltenden Beschränkungen sogar das normale Flugprogramm auf. Offiziell gilt die Sperrung des Luftraumes für Instrumentenflüge noch mindestens bis 14 Uhr. Eine Verlängerung ist aber möglich.

Im Sichtflug

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sagte im Deutschlandfunk, dass man davon ausgehe, im Laufe des Tages zum Normalbetrieb zurückkehren zu können. Die Maschinen des Unternehmens seien am Morgen mit geringfügigen Verspätungen gestartet. Air Berlin führte laut Hunold schon am Montag 104 Flüge durch und brachte Tausende Passagiere zurück nach Deutschland. Das Unternehmen rechnet damit, dass in den kommenden zwei bis drei Tagen alle wieder zu Hause sind.

Die Lufthansa kündigte schon am Montag an, im Laufe des Dienstages 50 Interkontinentalmaschinen nach Deutschland zurückzubringen. Mit an Bord sollen 15'000 Passagiere sein. Am Dienstag sollen auch die meisten Interkontinentalflüge stattfinden. Möglich werden die Flüge mit dem kontrollierten Sichtflug: Dabei fliegen die Piloten im An- und Abflug nicht nach Instrumenten, sondern auf Sicht und mit Hilfe von Lotsen.

Grossbritannien wieder zu

British Airways streicht für Dienstag alle Kurzstreckenflüge. Dies teilte die Fluggesellschaft am Morgen mit. Ursprünglich sollten um 8 Uhr MESZ in Schottland die Flüge wieder aufgenommen, die Beschränkungen für Nordengland und Wales um 14 Uhr aufgehoben werden.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hob die Sperrung des Schweizer Luftraums am Montagabend auf. «Die Dichte der Aschewolke hat keine schädigenden Auswirkungen mehr auf die Flugzeuge», sagte Bazl-Sprecher Daniel Göring. Die Aschewolke liege zwar vorerst immer noch über der Schweiz, ihre Konzentration habe jedoch beträchtlich abgenommen. Das Bazl stützt sich bei dem Entscheid auf die Ergebnisse von Testflügen der Swiss und der Luftwaffe sowie auf wissenschaftliche Messflüge, die den Inhalt der Aschewolkeschicht analysierten.

Paris offen

Nach fünftägiger Blockade sind am Dienstag auch wieder die ersten Flugzeuge in Paris gestartet. Der Flugverkehr auf dem Flughafen Charles de Gaulle wurde zunächst begrenzt wiederaufgenommen. Die erste Maschine seit Donnerstag startete in Richtung New York. Die Behörden teilten mit, dass es noch mehrere Tage dauern werde, bis sich der Flugverkehr wieder völlig normalisiert habe.

Das Bazl behalte die Entwicklungen über dem Schweizer Himmel aber weiter im Auge: So müssten die Airlines über durchgeführte Flüge Bericht erstatten. Die Datenbasis solle erweitert werden, begründet das Bazl die Massnahme. Die Luftwaffe wird zudem weitere Testflüge durchführen, hiess es weiter. Falls die Aschewolke doch noch Schäden an den Flugzeugen bewirke, müsse der Luftverkehr allenfalls wieder eingeschränkt werden.

Norditalien offen

In Norditalien ist der Luftraum am Dienstag seit 8.00 Uhr wieder offen. Erste Flüge der italienischen Fluggesellschaft Alitalia starteten kurz danach vom Mailänder Flughafen Malpensa, dem grössten im norditalienischen Raum. Der norditalienische Luftraum war seit Freitag geschlossen gewesen. Am Dienstagvormittag bildeten sich aber trotzdem wieder lange Schlangen vor den Ticketschaltern der Hauptbahnhöfe in Mailand und Rom. Die italienischen Staatsbahnen setzten Dutzende zusätzliche Züge ein, um dem Ansturm der Passagiere auf der Nord-Süd-Strecke Mailand-Neapel Stand zu halten.

Italien hat Österreich und Deutschland zu einer stärkeren Zusammenarbeit aufgerufen, um mehr Züge auf internationalen Bahnverbindungen einsetzen zu können. Wegen der schwierigen Situation im ganzen Land haben die Gewerkschaften einen für kommenden Freitag geplanten Streik im Bahn- und Nahverkehr abgesagt.

Neue Wolke in Sicht

Gleichzeitig droht weiteres Ungemach aus Island. Eine neue Aschewolke des isländischen Vulkans nähere sich Grossbritannien, teilte die nationale Flugsicherung Nats in der Nacht zu Dienstag mit. Die Situation «verschlechtere» sich. Auch die Eruptionen des Gletschervulkans nähmen wieder an Stärke zu, hiess es.

Eine Lockerung der Flugverbote hatten die Verkehrsminister der 27 EU-Staaten am Montag beschlossen. Der Luftraum solle in drei Zonen unterteilt werden und nur dort geschlossen werden, wo eine bestimmte Konzentration der Asche überschritten wird. Entscheidende Kriterien werden unter anderem Satellitenbilder und Daten der Aschewolke sein.

Entwarnung wegen Gesundheitsgefährdung

Unterdessen gaben Forscher Entwarnung für die Gesundheit der Menschen: Die Teilchen der Aschewolkeschicht seien nicht gefährlich, hiess es. Ihre Konzentration sei verhältnismässig gering und die Atemluft werde auf dem Weg in die Lungenbläschen gefiltert, sagte Thomas Peter, Professor für Atmosphärenchemie. «Der tägliche Feinstaub durch den Verkehr ist viel gefährlicher», sagte der Forscher.

Auch zu Versorgungsengpässen für die Bevölkerung kommt es vorderhand nicht. Einzig frischer Fisch aus Island und Vietnam sowie grüne Spargeln könnten knapp werden. Viele Früchte und Gemüse kommen per See- und Landweg in die Schweiz, hiess es bei den beiden Grossverteilern Coop und Migros. Betroffen vom Flugverbot sind internationale Postsendungen.

SBB: Beruhigung auf dem Schienennetz

Die Situation im internationalen Verkehr hat sich nach Angaben der SBB am Montag etwas beruhigt. Für Reisen ins Ausland empfiehlt die SBB weiterhin Reservationen. Um den Andrang zu bewältigen, verstärkte die SBB ihre internationalen Züge in Richtung Frankreich und Deutschland mit zusätzlichen Kompositionen oder Wagen.

Das Flugverbot bescherte auch den Schweizer Carunternehmen zusätzliche Kunden. Alsa&Eggmann schickte seit Freitag 20 zusätzliche Busse für Hin- und Rückfahrten auf die Strasse. Marti Reisen nahm rund 700 zusätzliche Reservationen für Rückreisen aus Spanien entgegen und mobilisierte 10 Zusatzbusse. Der TCS schickte für Inhaber des ETI-Schutzbriefes zwölf Reisebusse in verschiedene europäische Städte.

Seit Tagen im Aschenebel

Wegen der Aschewolke des Eyjafjöll ist der Flugverkehr in Europa seit Tagen erheblich behindert. Vulkanasche kann die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen und die Fenster wie ein Sandstrahl zerkratzen.

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