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Eymann droht Fremdsprachenmuffeln

Thurgau und Nidwalden wollen Frühfranzösisch aus dem Primarunterricht streichen. Erziehungsdirektor Christoph Eymann spricht von «Verfassungsbruch».

«Diese Kantone verstossen gegen die Verfassung»: Christoph Eymann.
«Diese Kantone verstossen gegen die Verfassung»: Christoph Eymann.

Deutschschweizer Primarschüler sollen zwei Fremdsprachen lernen, findet Christoph Eymann, Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK). «Wir können und werden in der Sache hart sein, wenn es anders nicht geht», sagte Eymann im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Thurgau und Nidwalden hatten die Streichung von Frühfranzösisch verkündet. «Diese Kantone verstossen gegen die Verfassung», sagt Eymann. Der Bildungsartikel, den das Volk 2006 angenommen habe, schreibe die Harmonisierung der wichtigen Schulbereiche vor. «Den Sprachenunterricht zu vereinheitlichen, ist ein Verfassungsauftrag.»

«Das Modell 3/5, also die erste Fremdsprache ab der 3. Klasse zu unterrichten, die zweite ab der 5. Klasse, werden wir durchsetzen», wiederholte Eymann eine Forderung, die er diese Woche bereits in der «Aargauer Zeitung» gemacht hatte.

Berset soll sich an Diskussion beteiligen

Die Nidwaldner Regierung hatte sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, den Französischunterricht auf die Oberstufe zu verschieben und in der Primarschule als einzige Fremdsprache Englisch zu unterrichten. Zuvor hatte bereits das Thurgauer Kantonsparlament eine ähnlich lautende Motion überwiesen.

Die EDK will das Thema Frühfremdsprachen an einer Sitzung Ende Oktober diskutieren. «Auch Bundesrat Alain Berset ist eingeladen», sagte Eymann gegenüber der «SonntagsZeitung. «Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden.»

Auch Berset mit klarer Haltung

Vom Modell mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule will Eymann nicht abweichen, auch wenn nun einzelne Regierungen wie jene in Nidwalden und Thurgau ausscheren. Mit Vorteil finde man eine gemeinsame Strategie innerhalb der EDK, notfalls aber auch mithilfe des Bundes.

Bundesrat Alain Berset hat bereits angekündigt, er werde nicht tolerieren, dass in den Deutschschweizer Primarschulen keine zweite Landessprache mehr unterrichtet werde. Vorerst will er aber abwarten, ob die Erziehungsdirektoren bis Mitte 2015 nicht doch noch eine gemeinsame Lösung finden.

(SDA)

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