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Ex-Banker Elmer legt Berufung ein

Rudolf Elmer will das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom Mittwoch nicht akzeptieren: Er legt Berufung gegen seine Verurteilung wegen Drohung, versuchter Nötigung und Bankgeheimnisverletzung ein.

Akzeptiert das Urteil nicht: Rudolf Elmer nach der Verhandlung vor Bezirksgericht.
Akzeptiert das Urteil nicht: Rudolf Elmer nach der Verhandlung vor Bezirksgericht.
Keystone

Rudolf Elmer, der am Mittwoch kurz nach der Urteilseröffnung in seiner Tiefgarage verhaftet wurde, befindet sich nach wie vor in Polizeigewahrsam. Er sitzt aber nicht in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat bis Freitagabend Zeit, diese zu beantragen. Ob Elmer tatsächlich wieder inhaftiert wird, entscheidet dann der Haftrichter.

Man prüfe momentan, ob man ein erneutes Verfahren wegen Verletzung des Bankgeheimnisses einleiten wolle, sagte Staatsanwalt Peter Pellegrini auf Anfrage der SDA. Entschieden sei aber noch nichts. Gemäss Angaben der Verteidigung führte die Polizei kurz nach der Festnahme zudem eine Hausdurchsuchung durch.

Übergabe von Daten-CDs als Auslöser

Auslöser für die Verhaftung waren zwei Übergaben von Daten-CDs an die Enthüllungsplattform Wikileaks eine im Jahr 2008, die andere am vergangenen Montag in London, wo Elmer Wikileaks-Gründer Julian Assange medienwirksam zwei CDs überreichte, auf denen Angaben von mutmasslichen Steuersündern gespeichert sein sollen.

Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass diese Veröffentlichung in der Schweiz verfolgt werden kann - auch wenn die Übergabe in London passierte. Wegen der internationalen Sachverhalte rechnet Pellegrini aber damit, dass es eine längere Geschichte werden könnte - sofern es überhaupt zu einem weiteren Verfahren kommt.

Elmers Anwältin ist nicht der Ansicht, dass der Whistleblower schweizerisches Recht verletzt hat. Sie kritisiert zudem, dass die Staatsanwaltschaft ihren Verdacht auf Bankgeheimnisverletzung mit Medienberichten begründet.

«Missachtung des Gerichtes»

Die Staatsanwältin bezeichnete die Aktion mit Assange während des Prozesses vom Mittwoch als «Missachtung des Gerichtes». Elmer habe offenbar wenig Lehren aus dem bisherigen Verfahren gezogen. Sie verschärfte ihren Strafantrag gleich während des Prozesses von acht Monaten bedingt auf acht Monate unbedingt.

Ganz so hoch fiel die Strafe für den entlassenen Finanzfachmann dann allerdings nicht aus: Elmer wurde wegen Drohung, mehrfacher versuchter Nötigung und Verletzung des Bankgeheimnisses zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 30 Franken verurteilt, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Er hatte seinen ungeliebten, ehemaligen Arbeitgeber, die Bank Julius Bär, mit Emails und Fax bedroht und genötigt. In mehreren Fällen machte er auch geheime Kundendaten publik. Sich selber bezeichnet er als Whistleblower, der Missstände im Offshore-Geschäft aufdecken wollte.

(SDA)

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