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«Es muss nicht zwingend ein Sozialdemokrat sein»

Geht es nach Bundesrat Moritz Leuenberger, darf auch ein Bürgerlicher sein Departement übernehmen. Zu dieser Erkenntnis kam er nach einem Treffen mit den EU-Umweltministern.

«Auch Bürgerliche setzen sich für Umweltanliegen ein»: Bundesrat Moritz Leuenberger.
«Auch Bürgerliche setzen sich für Umweltanliegen ein»: Bundesrat Moritz Leuenberger.
Keystone

«Obwohl die meisten von denn EU-Umweltministern bürgerlich sind, wollen alle weg vom Öl», sagte der Schweizer Energie- und Umweltminister im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Moritz Leuenberger plädiert für eine Kontrolle der Ölindustrie. Alle europäischen Umweltminister seien sich an einem Treffen von letzter Woche einig gewesen, dass man vom Öl wegkommen müsse. Aber: «Wir scheitern an den Finanz- und den Wirtschaftsministern.» Die wirtschaftlichen Interessen am Öl seien so gross, dass man nicht so schnell wieder davon loskomme.

«Man muss und kann das»

Auf die Frage, ob die Ölindustrie kontrolliert werden müsse, antwortete Leuenberger im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: «Man muss und kann das.» Die Gewinne flössen in die Kassen der Ölfirmen, doch für den Schaden müsse hauptsächlich die Allgemeinheit aufkommen.

Zwar trage auch das Individuum Verantwortung, doch als Einzelner könne man nur die «ganz kleinen, moralischen Schrittchen» tun, die unter dem Strich wenig bringen würden. «Es braucht daher den politischen Entschluss, vom Öl wegzukommen.»

Nachhaltigkeit auch unter Bürgerlichen

Die Nachfolge in seinem Departement verfolge er mit Aufmerksamkeit, sagte der SP-Bundesrat, der am 9. Juli überraschend seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt hatte. «Es muss nicht zwingend ein Sozialdemokrat sein. Für Umweltanliegen und Nachhaltigkeit kann man sich auch als Bürgerlicher einsetzen - das sehe ich ja in der EU.»

SDA/jak

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