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Ermotti macht noch keinen Frühling

Was UBS-Chef Ermotti fordert, ist solid bürgerliches Standardprogramm. Wichtiger wäre die Frage, ob die Wirtschaft die Zuwanderung auch künftig selber steuern kann.

Dass sich UBS-Chef Sergio Ermotti mit einem Forderungskatalog in die aktuelle Diskussion über den Wirtschaftsstandort Schweiz einschaltet, verübeln ihm Linke. Das ist kindisch: Dürften Firmen und Branchen, die schon einmal Fehler gemacht und Staatshilfe beansprucht haben, nicht mehr mit­debattieren, wäre es still im Land.

Was Ermotti fordert, ist solid bürgerliches Standardprogramm: keine neuen Steuern, möglichst wenig neue Vorschriften. Alles wenig aufregend. Der grosse Kampf um die Deregulierung, wie von der Linken beanstandet, wird hier nicht lanciert. Aber natürlich: Unternehmer und bürgerliche Politiker wollen die Gunst der Stunde nutzen. Der starke Franken und das Ja zur Zuwanderungsinitiative wecken im ganzen Land Ängste vor Jobabbau und Wohlstandsverlust – was die Bürgerlichen jetzt hoffen lässt, mit ihren Argumenten etwa gegen die von links geforderte Erbschaftssteuer oder die geplante Kapitalgewinnsteuer leichter durchzudringen als ohne Verunsicherung.

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