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Erinnerung nach 46 Jahren

Aufgefallen ist François A. Bernath im Zusammenhang mit der Untersuchung zum angeblichen Geheimdeal zwischen der Schweiz und der Palästinenserorganisation PLO. In den ersten Monaten 2016 klärte eine Arbeitsgruppe des Bundes, ob der Schweizer Aussenminister Pierre Graber 1970 ein geheimes Stillhalteabkommen mit militanten Palästinensern geschlossen hatte. In Archiven fanden sich keine Hinweise darauf.

Doch dann trat François A. Bernath auf und bezeugte, er habe vor 46 Jahren vor seinem Elternhaus am Genfersee Gespräche zwischen seinem Vater und dessen Jugendfreund Bundesrat Graber belauscht. Darin sei es um ein «arrangement discret» mit der PLO gegangen. Die Arbeitsgruppe des Bundes mass Bernaths Schilderungen in ihrem Bericht nicht allzu viel Gewicht bei.

In der NZZ gab Bernath, der in jungen Jahren ein Buch über «Gedächtnis- und Lesetraining» verfasst hatte, darauf preis, wie er seine Erinnerungen an die belauschten Gespräche vor fast einem halben Jahrhundert aufgefrischt habe. Dafür habe er im Frühling 2016 rund drei Wochen benötigt.

In der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats wurde das Vorgehen bei der Erinnerungsauffrischung als «esoterische Methode der Erkenntnisgewinnung» kritisiert. Er könne mit solcher Kritik nichts anfangen, entgegnet Bernath nun. «Hauptsache ist», findet er, «dass mein Gedächtnis gut funktioniert.» (tok)

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