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«Emir» von Winterthurer IS-Zelle verhaftet

S. soll ein Drahtzieher der Islamisten-Szene um die An'Nur-Moschee sein. Jetzt wird öffentlich, dass er in Haft genommen worden ist.

Hier soll S. aktiv Jugendliche radikalisiert haben: Die An'Nur-Moschee in Winterthur.
Hier soll S. aktiv Jugendliche radikalisiert haben: Die An'Nur-Moschee in Winterthur.
Walter Bieri, Keystone

Der Bundesanwaltschaft (BA) soll in Winterthur ein grosser Schlag gegen die hiesige Salafisten-Szene gelungen sein. Wie SRF.ch berichtet, hat die Polizei den mutmasslichen Jihad-Reisenden und Winterthurer Konvertiten S. verhaftet. Bei S. soll es sich um eine zentrale Figur der Schweizer Radikalisierten handeln. Gemäss dem «SRF» lautet die Anklage auf Unterstützung und Mitgliedschaft in einer Terror-Organisation.

Die «Rundschau» beobachtet den gebürtigen Italiener bereits seit einem Jahr. Er trainierte im Fitness «MMA-Sunna-Gym» des Thai-Boxers Valdet Gashi. Gemäss «Blick» soll er mit Anabolika gedealt haben. Gashi und mindestens zwei andere Fitness-Mitglieder tauchten beim IS in Syrien unter. Gashi und Hajan D. starben dort.

Jugendbetreuung in der An'Nur-Moschee

S. nahm an den berüchtigten salafistischen «Lies!»-Aktionen teil, an welcher der Koran auf der Strasse gratis an Passanten verteilt wird. Von drei mit der Verteilaktion in Verbindung stehenden Männern ist bekannt, dass sie für den Jihad nach Syrien gereist sind. Zwei davon aus Winterthur, einer aus Arbon.

S. soll sogar mit dem Initianten der Aktion, dem deutsch-palästinensischen Salafisten Ibrahim Abou-Nagie, eine Koran-Druckerei in Barcelona besucht haben und hinter der Expandierung von «Lies!» in die Schweiz stehen.

Die Winterthurer An'Nur-Moschee steht schon länger im Fokus der Behörden wegen Jihad-Reisenden und mutmasslichen Jihadisten. S. soll nicht nur regelmässig in dieser Moschee verkehrt sein, sondern dort auch aktiv die Radikalisierung von Jugendlichen gefördert haben. Er soll zudem im Besitz eines Schlüssels zum Büro des Imams gewesen sein. Mit den Jungen der Moschee soll der «Emir» («Befehlshaber»), wie er sich nennt, IS-Handyvideos mit islamischem Gesang angeschaut haben. Er sitzt seit Februar im Regionalgefängnis Bern in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen ihn sind im Gang. Das BA verweigert aufgrund der laufenden Ermittlungen eine Stellungsnahme.

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