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Ellen Ringier wirft Medien Antisemitismus vor

Verlegergattin Ellen Ringier bezeichnet die mediale Berichterstattung nach dem Tod von Marc Rich als «antisemitisch». Politiker Jo Lang weist die Vorwürfe als «absurd» zurück.

Glencore war sein Vermächtnis: Marc Rich auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2002.
Glencore war sein Vermächtnis: Marc Rich auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2002.
Keystone
Von diesem Verwaltungsgebäude in Zug aus operierte Rich jahrelang.
Von diesem Verwaltungsgebäude in Zug aus operierte Rich jahrelang.
Keystone
Im Jahr 2001 wurde Rich vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton (im Bild) begnadigt.
Im Jahr 2001 wurde Rich vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton (im Bild) begnadigt.
Keystone
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Am 26. Juni 2013 verstarb der legendäre Rohstoffhändler Marc Rich im Alter von 78 Jahren – jetzt wird Kritik laut an der medialen Berichterstattung über den Unternehmer. Die Verlegergattin Ellen Ringier übt in einem Nachruf, der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Schweizer Illustrierte» erschienen ist, heftige Kritik an den Medien (Artikel online nicht verfügbar). Sie sollen ein «antisemitisches Zerrbild» von Rich gezeichnet haben.

«Eine Hakennase im Gesicht, die obligate Zigarre im Mund, die Augen hinter Sonnengläsern verdeckt. Da passt das Adjektiv skrupellos nahtlos dazu, und konsequenterweise war er ja auch reich, ein Multimillionär. Ein typischer Jude eben!», klagt Ringier über den von den Medien erzeugten Stereotyp ihres Freundes. Es sei kaum über die positiven Wesenszüge, die Grosszügigkeit und warmherzige Art von Rich berichtet worden. Viel eher schien «das Bild des reichen Profiteurs jederzeit eine Schlagzeile wert zu sein», schreibt Ringier in der «Schweizer Illustrierten».

Antisemitismus-Vorwürfe als Lösung

Für den Zuger Politiker und Rich-Kritiker Jo Lang erscheinen die Vorwürfe «absurd», wie er der «Aargauer Zeitung» sagte. «Antisemitismus haben wir immer dezidiert verurteilt.»

Für die Motive einer solchen Kritik hat Lang dann auch sofort eine Erklärung: «Als überzeugte Antirassistin hat Ellen Ringier offenbar Mühe damit, zu akzeptieren, dass ihr Freund Marc Rich seinerzeit mit dem Apartheid-Regime von Südafrika Geschäfte machte», so der Politiker gegenüber der «Aargauer Zeitung». Die Antisemitismus-Vorwürfe seien lediglich Ringiers Art, ihr emotionales Dilemma zu lösen.

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