Zum Hauptinhalt springen

Anführer der Bündner Revolte

Seine Lieder kennt jedes Kind. Nun will sich Linard Bardill als Regierungsrat gegen die Klüngelei behaupten, die zum Baukartell-Skandal führte.

Sänger, Dichter – und vielleicht bald Regierungsrat in Graubünden: Linard Bardill. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)
Sänger, Dichter – und vielleicht bald Regierungsrat in Graubünden: Linard Bardill. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Nicht Liedermacher, sondern Barde nennt sich Linard Bardill. Das passt, denn in seiner Rolle als Sänger, Dichter und Hofnarr geht er auf. Ein Mann wie ein Feuerwerk. Wenn er mit grosser Geste zur Rede ansetzt, pfeifen dem Publikum Schlüsselbegriffe der abendländischen Philosophie und Kultur um die Ohren: Schönheit, Gerechtigkeit, Moral, um dann in poetischen Sprachbildern zu explodieren. Vom «Jüngferchen Wahrheit» berichtet er, das aus den Klauen eines Drachen zu retten sei, seine politischen Gegner sind Murmeltiere, die bei der kleinsten Gefahr in ihre Löcher flüchten. «Wir brauchen Löwen!», ruft Bardill in seinem Atelier in Scharans (GR). Da klingelt das Telefon. Die Gattin will wissen, wann er zum Mittagessen kommt. Der Barde schnurrt in den Hörer: «In einer halben Stunde bin ich da, mein lieber Schatz.» 20 Jahre Ehe, erklärt er «und ich bin immer noch ein verliebter alter Tubel».

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.