Zum Hauptinhalt springen

«Diese Fälle sind ärgerlich»

Der zweijährige Sina ist eines von drei Kindern, das 2010 in Schweizer Gewässern ertrank. Lebensrettergesellschaft und Bundesamt für Unfallverhütung kritisieren die Eltern mit deutlichen Worten.

Auf der Suche nach vermissten Kindern: Die Seepolizei bei einem Einsatz 2009 auf dem Vierwaldstättersee.
Auf der Suche nach vermissten Kindern: Die Seepolizei bei einem Einsatz 2009 auf dem Vierwaldstättersee.
Reuters

Vergangene Woche entfernte sich der zweijährige Sina in Melligen von seiner Mutter und begab sich ans Ufer der Reuss. Er stürzte eine Böschung hinab, fiel in den Fluss und ertrank. Vor zwei Tagen wurde seine Leiche bei Döttingen aus der Aare geborgen. Sina ist das dritte Kleinkind, das dieses Jahr in Schweizer Gewässern ertrank. Im Februar stürzte ein zweijähriger Junge von einer Brücke in Liesberg in die Birs, und im März fiel ein vierjähriger Junge von einem Boot in den Vierwaldstättersee. Er hatte keine Schwimmweste an.

«Diese Fälle sind ärgerlich, weil sie alle auf eine nicht eingehaltene Sorgfaltspflicht der Eltern zurückzuführen sind», sagte Prisca Wolfensberger, Sprecherin der Schweizer Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) zur «Aargauer Zeitung». Von den zwischen 2000 und 2009 ertrunkenen Menschen in der Schweiz waren 48 Kinder im Alter von null bis neun Jahren. «In der Nähe von Gewässern müssen Eltern noch viel besser auf ihre Kinder aufpassen als sonst», fordert Wolfensberger. Am besten sei es, die Kinder gar nicht aus den Augen zu lassen.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) schlägt ebenfalls Alarm. «Wir führen nächstes Jahr eine Wasser-Sicherheitskampagne durch, die explizit auf die null- bis neunjährigen Kinder ausgerichtet ist», zitiert die «Aargauer Zeitung» BfU-Sprecher Rolf Moning. Ziel sei eine «Vision Zero», das heisst keine Ertrinkungsopfer mehr unter zehn Jahren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch