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Diese Exoten wollen ins Bundeshaus

Wer in Bundesbern politisieren will, muss bis zu 400 Unterschriften vorlegen – und dann gewählt werden. Die erste Hürde schafft selbst die Schweizer Narrenpartei. Und noch viele mehr.

Möchte ein Verbot von Powerpoint-Folien durchsetzen: Die Webseite der Anti PowerPoint Partei. (Bild: Screenshot)
Möchte ein Verbot von Powerpoint-Folien durchsetzen: Die Webseite der Anti PowerPoint Partei. (Bild: Screenshot)

Narren seien «die wenigstens Ehrlichen», ist der Zürcher Hanspeter Kindler, Dichter, Freigeist und Gründer der Narren-Partei, überzeugt. Motivation ist gemäss Facebook-Seite die «Politposse» um die Abzocker-Initiative. Sein Programm: Die Narrenpartei, «weiss, dass sie nichts weiss». Aber eben – sie sei dafür ehrlich.

Seltsam mutet das Parteiprogramm der Anti PowerPoint Partei (APPP) an. Der Zürcher Matthias Pöhm möchte mittels Volksinitiative ein Verbot dieser Präsentationen durchsetzen. Alternativ sollen Flipcharts benutzt werden, was zu einem «freudigeren Arbeitsstil» und weniger volkswirtschaftlichem Schaden führe.

Programm schon fast etabliert

Ob sich die «Piraten» an ihren Piratenversammlungen mittels Flipchart auf die eidgenössischen Wahlen einschwören, ist nicht bekannt. Ihr Name ist zwar nicht Programm, ihr Programm aber schon fast etabliert: Datenschutz und Privatsphäre sind aktuelle Themen in Zeiten von Facebook und Twitter und ein modernes Urheberrecht ist nur für wenige furchterregend.

Eine alte Piratenforderung erhebt dafür Nicht-Pirat Christian Muller: Einen «Freistaat Unteres Kleinbasel» mit Zentrum Basel und bestehend aus Baselbiet, nördlichem Solothurn, Fricktal, Elsass und Südbaden.

Das Programm bin ich oder wie die Alpen heilen

Um die Person geht es bei «Jimy Hofer plus». Ob alle zwölf Mitkandidierenden Fans des Berner Rockers sind, lässt sich nicht eruieren. Aber daran, dass es um ihn geht, lässt Hofer keinen Zweifel: «Ich stelle mich den Aufgaben, die auf uns zukommen, mit Menschenverstand. Da ich keiner Patronage verpflichtet bin, kann ich sagen und tun, was es zu sagen und tun gibt. Auch im Bundeshaus.» Braucht es dafür ein Programm? Zu finden ist keins.

Dass auch Eiger, Mönch und Jungfrau ins Parlament drängen, war bislang unbekannt. «Mit dem robusten und stattlichen Eiger, dem erhabenen Mönch und der erfahrungswürdigen Jungfrau haben wir ganz besondere Symbole der kosmischen Dreiheit vorliegen, die in der angebrochenen Hoch-Zeit der Menschheit eine besondere Rolle spielen wird», weshalb sich die 17 Kandidaten des Berner «Alpenparlaments» für «neue und alternative Heilmethoden» einsetzen.

Nur eine schaffte es nicht

Die Exoten-Liste könnte beliebig fortgesetzt werden mit weiteren Parteien, die erstmals zu den Wahlen antreten. Beispielsweise «konfessionslose.ch» aus Zürich, die Rauraques aus Moutier BE oder die Tessiner MontagnaViva. Sie alle haben die Hürde von bis zu 400 Unterschriften geschafft.

Wer sie nicht geschafft hat, sind die Antifeministen. Deshalb hat Alfredo E. Stüssi stattdessen für die Subitas, die Nachfolgepartei der Männerpartei, die notwendigen Unterschriften gesammelt. Das Programm bleibt dasselbe, die Unterstützer auch.

SDA/wid

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