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«Die Wut wird neopopulistischen Kräften Auftrieb geben»

Was auf die Schweiz zukommt, wenn sich die Vermögens- und Einkommensschere weiter auftut, sagt Soziologe Ueli Mäder im Interview mit Redaktion Tamedia.

Sie veröffentlichen ein Buch über Reiche in der Schweiz. Zufall, dass es einen Monat vor der Steuerinitiative erscheint? Sicher hat die Studie eine politische Implikation. Sie zeigt, dass es dringlich ist, für den sozialen Ausgleich in diesem Land mehr zu tun. Aber wir hatten es sicher nicht darauf angelegt, eine politische Kampfschrift zu lancieren.

Sie schreiben, der Steuerwettbewerb könne zu Ungunsten der mittleren und unteren Einkommensschichten ausfallen. Und das sei dem sozialen Zusammenhalt nicht förderlich. Müssen wir mit sozialen Unruhen rechnen? Die soziale Brisanz wird zunehmen. Dies, weil die Einkommens- und Vermögensschere in der Schweiz in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Der soziale Frieden und der Arbeitsfrieden werden dadurch gefährdet. Die sozial Benachteiligten werden versuchen, ihre Interessen zu realisieren. Zudem wird die zunehmende Wut und Verunsicherung populistischen und neopopulistischen Kräften Auftrieb geben.

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