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Die Tragödie der Gecaj-Familie

Vater im Schweizer Gefängnis, Mutter nach Kosovo ausgeschafft, Tochter untergetaucht und Sohn tödlich verunfallt: Der Familie des Lehrermörders Ded Gecaj bleibt nichts erspart.

Der Lehrermörder Ded Gecaj, der am Donnerstag nach über elfjähriger Flucht aus Kosovo wieder in die Schweiz ausgeschafft wurde, hinterlässt eine Spur der Verwüstung: Er hatte am 11. Januar 1999 in St. Gallen nicht nur den damals 36-jährigen Reallehrer Paul Spirig mit mehreren Schüssen hingerichtet, auch seine Familie wurde durch die Bluttat auseinandergerissen.

  • Ded Gecaj: heute 52-jährig, stammt aus dem westkosovarischen Dorf Janosh, wo die Bevölkerung nicht wie üblich islamischen, sondern katholischen Glaubens ist. Der Kosovo-Albaner kam 1991 in die Schweiz und arbeitete als Gipser im Kanton St. Gallen. Laut den St. Galler Untersuchungsbehörden soll er seine damals 14-jährige Tochter Besarta über Jahre hinweg sexuell missbraucht und mehrfach vergewaltigt haben. Ded verneinte dies immer und schob die Schuld dem Lehrer seiner Tochter zu. Er habe mit den tödlichen Schüssen die Familienehre retten müssen. So stellte der Vater die Tatsachen auch gegenüber kosovarischen Medien dar. «Jemand, der tötet, weil er die Ehre seiner Familie verteidigen musste, ist kein Mörder», wird er in einer Zeitung zitiert. Auch auf der Internetseite Albanien.ch werden diese Behauptungen in Forumsbeiträgen wiederholt und Ded als Opfer der Schweizer Justiz dargestellt.

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