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Die Stimme des Bundesrates ist verstummt

Als Bundesratssprecher verkörperte Achille Casanova wie kein zweiter Konkordanz und Mehrsprachigkeit der Schweiz. Am Sonntag ist er 74-jährig verstorben. Ein Nachruf.

Beklagte nach seinem Rücktritt im Sommer 2005 die zunehmende Intoleranz in der Politik: Achille Casanova. Foto: Keystone
Beklagte nach seinem Rücktritt im Sommer 2005 die zunehmende Intoleranz in der Politik: Achille Casanova. Foto: Keystone

Er war die Stimme der Landesregierung, als es formell noch keinen Bundesratssprecher gab. Der Tessiner Achille Casanova informierte als Vizekanzler zwischen 1981 und 2005 an rund 1500 Medienkonferenzen über die Geschäfte des Bundesrates. Immer war er ein loyaler, aber niemals serviler Diener der Landesregierung, die er manchmal auch besser erscheinen liess, als sie war. «Das haben wir an Achille geschätzt», sagte Alt-Bundesrat Samuel Schmid gestern gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Wenn Casanova mit seiner sonoren, warmen Stimme («la voce») Regierungsentscheide kommentierte, vermittelte er den Eindruck, sieben Freunde hätten einträchtig zusammengesessen.

Nach schwerer Krankheit verstorben: Alt Vizekanzler Achille Casanova bedankt sich, nach der Übergabe des Oertli-Preises (Oktober 2005).
Nach schwerer Krankheit verstorben: Alt Vizekanzler Achille Casanova bedankt sich, nach der Übergabe des Oertli-Preises (Oktober 2005).
Keystone
Achille Casanova mit seiner Frau an der Verleihung des Prix Caritas in Luzern (Juni 2010).
Achille Casanova mit seiner Frau an der Verleihung des Prix Caritas in Luzern (Juni 2010).
Keystone
Die Bundesbeamten der Schweizerischen Bundeskanzlei: Jurist und Bundeskanzler Walter Buser (l.) und Vizekanzler Achille Casanova (November 1988).
Die Bundesbeamten der Schweizerischen Bundeskanzlei: Jurist und Bundeskanzler Walter Buser (l.) und Vizekanzler Achille Casanova (November 1988).
Keystone
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