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«Die Schmähungen gingen ihm ans Lebendige»

Wegen akuter Bauchschmerzen ist Samuel Schmid gestern Abend hospitalisiert worden. Parteikollegen reagieren beunruhigt.

Samuel Schmid an der Gründungsversammlung der Bürgerlich Demokratischen Partei (BDP) Schweiz.
Samuel Schmid an der Gründungsversammlung der Bürgerlich Demokratischen Partei (BDP) Schweiz.
Keystone

Derzeit finden medizinische Untersuchungen zur Ursache statt, wie das VBS informiert. Bundesrat Schmid ist bei Bewusstsein und befindet sich nicht in Lebensgefahr.

«Wir stehen im Kontakt mit dem Arzt und warten ab. Sobald wir etwas wissen, informieren wir», sagt VBS-Informationschef Dominique Bugnon gegenüber Redaktion Tamedia.

Gestern habe der Verteidigungsminister noch an der Bundesratssitzung teilgenommen und sei nachher mit seinen Magistraten-Kollegen Essen gegangen. «Am Nachmittag ist er in seinem Büro erschienen und hat sich dann bald über Bauchschmerzen beklagt. Dann ist er nach Hause gegangen», so Bugnon. Schmid begab sich dann aus freien Stücken in Spitalpflege, wie Bugnon weiter sagte. Er machte keine Angaben, in welchem Spital sich Schmid befindet.

Heute morgen hätte der VBS-Chef an einer Medienkonferenz zum Schlussbericht über die Euro 2008 teilnehmen sollen. Diese Medienkonferenz wurde wenige Minuten vor Beginn abgesagt - anfänglich ohne Angabe des Grundes.

Hat die Kritik Schmid auf den Magen geschlagen?

Im Umfeld von Bundesrat Samuel Schmid reagiert man überrascht und beunruhigt auf die Meldung. «Ich weiss nicht, wie es Samuel Schmid geht. Es ist müssig über seinen Gesundheitszustand zu spekulieren», sagt BDP-Nationalrätin Ursula Haller auf Anfrage von Redaktion Tamedia.

Haller hofft, dass dem VBS-Chef die unablässige Kritik der vergangenen Wochen nicht auf den Magen geschlagen hat – verwundern würde es sie allerdings nicht: «Samuel Schmid hat in den vergangenen Wochen und Monaten persönliche Diffamierungen in einem Masse ertragen müssen, die selbst den stärksten Mann einmal «umchuten» müssen.»

Schmid sei ein Mensch der Sorgen und Probleme in sich hineinfresse – bis alles aus ihm herausbreche. Dass ihm die ständigen Desavouierungen seiner ehemaligen Parteikollegen und der Medien «ans Lebendige» gegangen seien, sei kein Geheimnis.

BDP-Ständerat Werner Luginbühl wurde frühmorgens über den Gesundheitszustand informiert. Gemäss seinen Angaben gegenüber Redaktion Tamedia sind die gesundheitlichen Probleme von Schmid nicht gravierend: «Ich denke, dass sie für Schmid keine grössere Beeinträchtigung darstellen.» Luginbühl hofft, dass Schmid bald wieder an Bord sein wird.

Kurze Zeit nach Merz

Schmid ist der zweite Bundesrat, der innert kürzester Zeit erkrankt. Erst am 20. September hatte Finanzminister Hans-Rudolf Merz einen Herz-Kreislauf-Kollaps erlitten und war in ein künstliches Koma versetzt worden.

Am Montag kehrte Merz nach sechs Wochen Abwesenheit wieder in sein Amt zurück. Nach eigenem Bekunden hatte er sich vor dem Zwischenfall vollkommen gesund und fit gefühlt.

Merz war am Berner Inselspital am offenen Herzen operiert worden; ihm wurden fünf Bypässe gelegt. Der Finanzminister hatte den Zusammenbruch wegen eines Flimmern der Herzkammern erlitten. Die Diagnose ergab eine fortgeschrittene Krankheit von drei Herzkammern.

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