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Die gefährlichsten Berufe für Lehrlinge

Jedes Jahr erleiden rund 25'000 Lernende in der Schweiz einen Unfall. Bestimmte Berufe sind gemäss der heute veröffentlichten Suva-Statistik besonders gefährdet.

Schwere Unfälle mit Lernenden ereigneten sich unter anderem in Reparatur- und Karosseriewerkstätten für Strassenfahrzeuge, Landwirtschafts- und Baumaschinen. (Symbolbild)
Schwere Unfälle mit Lernenden ereigneten sich unter anderem in Reparatur- und Karosseriewerkstätten für Strassenfahrzeuge, Landwirtschafts- und Baumaschinen. (Symbolbild)
Alessandro Della Bella, Keystone
Auch an diesen Arbeitsplätzen ist Vorsicht geboten: Baustellen im Hoch-, Tief- und Strassenbau. (Symbolbild)
Auch an diesen Arbeitsplätzen ist Vorsicht geboten: Baustellen im Hoch-, Tief- und Strassenbau. (Symbolbild)
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Elektroinstallationen (Symbolbild)
Elektroinstallationen (Symbolbild)
Alessandro Della Bella, Keystone
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Die Suva-Statistik zeigt: Lernende verunfallen deutlich öfter als gelernte Berufsleute. Pro Jahr verunfallt jeder achte Stift in den Suva-versicherten Betrieben. Allgemein sind die Unfälle von Lernenden aber weniger schwerwiegend als solche von Ausgelernten. Die Gründe dafür sind laut Suva das generelle Verbot gefährlicher Arbeiten und der raschere Heilungsverlauf bei jungen Menschen.

Trotzdem sind jedes Jahr im Schnitt drei tote Lehrlinge zu beklagen. Diese tödlichen Unfälle ereigneten sich:

  • in Reparatur- und Karosseriewerkstätten für Strassenfahrzeuge, Landwirtschafts- und Baumaschinen
  • in der Baubranche
  • in Schreinereien
  • im Maschinen- und Anlagebau
  • in der Branche der Elektroinstallationen

Hände und Augen

Die meisten Unfälle (37 Prozent) passieren im ersten Lehrjahr. Mit jedem weiteren Lehrjahr sinken die Unfallzahlen. Doch diese Zahl täuscht: Es gibt deutlich mehr Lernende im ersten Lehrjahr als in folgenden Lehrjahren. Lehren werden abgebrochen oder gewechselt. Laut Suva ist das Risiko der Lernenden über die gesamte Lehrzeit relativ konstant.

Die bei Unfällen am meisten betroffenen Körperteile sind Hände und Augen. An den Händen sind es meist Schnittverletzungen. Bei den Augen wird die anfängliche Sorglosigkeit der Lernenden deutlich. Während 20 Prozent der Lehrlings-Unfälle die Augen betreffen, liegt der Anteil der gelernten Berufsleute, die sich Augenverletzungen zuziehen, im Promillebereich. Das Tragen einer Schutzbrille ist ein Verhalten, das sich die Lernenden offenbar nicht sofort angewöhnen.

Die typischen Unfälle von Lernenden (Sportunfälle ausgenommen) sind:

  • Getroffen werden, Rückschlag, verschüttet werden
  • Gestochen, geschnitten, gekratzt, geschürft werden
  • Abrutschen, Umfallen (von Gegenständen)
  • Ausgleiten, Abgleiten, Abrutschen (von Personen)
  • Eingeklemmt, gequetscht werden, zwischen etwas geraten
  • Anstossen, anschlagen, anfassen
  • Sich überlasten (plötzliche oder dauernde Einwirkung)
  • In Berührung kommen mit abträglichen Stoffen
  • Erfasst werden, in, unter etwas geraten
  • Herunterfallen, Abstürzen (von Personen)
  • Angefahren, überfahren werden, in etwas hineinfahren
  • Auf, in, neben etwas treten
  • Übrige Hergänge

Auch bei den schweren Unfällen mit mehr als drei Monaten Arbeitsunfähigkeit ist die Hand der am häufigsten verletzte Körperteil. Das Spektrum reicht von Frakturen über Rissquetschwunden bis hin zu abgetrennten Fingern. Die zweithäufigsten schweren Verletzungen betreffen Rücken oder Gesäss. Die schlimmsten Fälle sind Rückenmarkverletzungen, die zu Para- oder Tetraplegie führen.

Die Suva hat am 1. Juli die Präventionskampagne «Sichere Lehrzeit» gestartet. Das erklärte Ziel ist, die Zahl der Unfälle Lernender in den nächsten zehn Jahren zu halbieren.

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