Zum Hauptinhalt springen

Die Franzosen in der Schweiz haben auf den Wahlverlierer gesetzt

Sarkozy hat bei den wahlberechtigten Franzosen in der Schweiz sogar besser abgeschnitten als vor fünf Jahren. Derweil gratulierte heute die offizielle Schweiz dem Wahlsieger – zu einem Gespräch kam es aber nicht.

Er hatte die Franzosen in der Schweiz mehr überzeugt als der Wahlsieger François Hollande: Der abtretende französische Präsident Nicolas Sarkozy. (6. Mai 2012)
Er hatte die Franzosen in der Schweiz mehr überzeugt als der Wahlsieger François Hollande: Der abtretende französische Präsident Nicolas Sarkozy. (6. Mai 2012)
Keystone

Im Gegensatz zu ihren Landsleuten zu Hause wollten die Französinnen und Franzosen in der Schweiz den abgewählten Präsidenten, Nicolas Sarkozy, im Elysée in Paris belassen. Sarkozy erreichte hierzulande einen Wähleranteil von 62,26 Prozent.

Nur gerade 37,71 Prozent wählten den Wahlsieger von gestern, den Sozialisten François Hollande. Sarkozy legte in der Schweiz sogar noch zu. Vor fünf Jahren hatten hierzulande 57,35 Prozent für den Konservativen gestimmt. Sarkozy hatte damals die Stichwahl gegen die ehemalige Lebensgefährtin Hollandes, Ségolène Royal, gewonnen.

Wahlbeteiligung tiefer als in Frankreich

Die Wahlbeteiligung unter den Auslandsfranzosen in der Schweiz war in diesem Jahr mit 50,72 Prozent der registrierten Wähler deutlich tiefer als in Frankreich. Dort waren über 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler an die Urnen gegangen.

Insgesamt waren nach Angaben der Generalkonsulate Frankreichs in Genf und Zürich 107'077 Wählerinnen und Wähler für die Präsidentenwahl eingeschrieben. Doch nur knapp die Hälfte machte von ihren Wahlrecht auch Gebrauch.

«Enge Zusammenarbeit fortführen»

Die offizielle Schweiz hat derweil dem Sozialisten François Hollande zu seiner Wahl zum Staatspräsidenten Frankreichs gratuliert. Der Bund wird Hollande auch noch ein offizielles Gratulationsschreiben schicken, das von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf unterschrieben ist.

«Die Schweiz freut sich darauf, die enge Zusammenarbeit mit Frankreich fortzuführen und die vielen verschiedenen Bande zwischen beiden Ländern noch enger zu knüpfen», schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) heute in einer Mitteilung. Es gab nach EDA-Angaben bislang kein direktes Telefongespräch mit dem Wahlsieger.

Interessiert an baldigem Treffen

Die Schweiz sei daran interessiert, so rasch wie möglich mit einem Mitglied der neuen Regierungsmannschaft in Frankreich zusammenzutreffen, sagte EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier. Er erinnerte dabei daran, dass Staatsbesuche von französischen Präsidenten in der Schweiz seltene Ereignisse sind.

Der letzte Staatsbesuch eines Französischen Präsidenten fand vor über dreizehn Jahren statt, als im Oktober 1998 Jacques Chirac die Schweiz besuchte. Chiracs Vorgänger, der Sozialist François Mitterand (1981-95), hatte im April 1983 hierzulande einen dreitägigen Staatsbesuch absolviert.

SDA/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch