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Die falsche Professorin

Sie gab sich als Professorin aus und leitete das Qualitätsmanagement der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD). Doch jetzt wurde Indira L. fristlos entlassen.

Hat sich mit falschen akademischen Titeln geschmückt: Indira L.
Hat sich mit falschen akademischen Titeln geschmückt: Indira L.
zvg

Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) lösen das Arbeitsverhältnis mit der Leiterin Qualitätsmanagement, e-Health und Medizincontrolling mit sofortiger Wirkung auf. Die im Auftrag der UPD getätigten Abklärungen bei der Universität Tuzla haben ergeben, dass die von der Stelleninhaberin vorgelegten Diplome und Titel (Dr. med., Prof. honoris causa), die sie in Bosnien-Herzegowina erworben haben will, nicht echt sind. Dies teilten die UPD am Montagmittag mit.

Die Universität Tuzla hält in ihrem Schreiben fest, dass die vorgelegten Diplome und Bestätigungen weder echt sind noch auf die Stelleninhaberin ausgestellt wurden. Die stellvertretenden Co-Vorsitzenden der UPD-Geschäftsleitung, Prof. Urs Mosimann und Nicoletta della Valle, entschieden darauf, L. fristlos zu entlassen. Zudem werden die UPD gegen die Mitarbeiterin eine Strafanzeige einreichen, wie es im Schreiben der UPD heisst.

Der Entscheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Mitarbeiterin kann bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion Beschwerde gegen die fristlose Kündigung erheben.

Komplexes und zeitaufwändiges Verfahren

L. wurde von den UPD per 1. Februar 2012 als neue Leiterin Qualitätsmanagement angestellt. Im Oktober 2012 warf die «Weltwoche» der Stelleninhaberin mangelnde Qualifikationen vor und beschuldigten sie, sie schmücke sich zu Unrecht mit einem Doktor- und einem Professorentitel. Die UPD-Geschäftsleitung liess die Vorwürfe umgehend untersuchen.

Darauf forderten die UPD bei der Stelleninhaberin sämtliche Unterlagen ein, die ihre Ausbildung als Ärztin und ihre akademischen Titel bestätigen sollten, inklusiv beglaubigte Übersetzungen. Diese Unterlagen wurden den UPD Anfang November 2012 überreicht. Anschliessend wurden diese Unterlagen der Universität Tuzla zwecks Bestätigung ihrer Echtheit und Rechtskonformität bezüglich anwendbaren Rechts in Bosnien-Herzegowina offiziell zugestellt.

Bereits im November war die interimistische Leitung der UPD zum Schluss gekommen, dass «die notwendige Basis für eine weitere Zusammenarbeit» mit der Frau fehle. Deshalb wurde damals das ordentliche Kündigungsverfahren eingeleitet. Allerdings war damals noch offen, ob die Vorwürfe gegen die Frau gerechtfertigt waren.

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