Zum Hauptinhalt springen

«Die Eingriffe in die Privatsphäre reichen schon sehr tief»

Der neue Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger wehrt sich gegen den Verdacht, er werde als Ex-Polizeimitarbeiter gegenüber seinen früheren Kollegen zu zahm auftreten.

Datenschutzbeauftragter Adrian Lobsiger (55): «Freiheit und Selbstbestimmung haben Vorrang vor der Sicherheit.»
Datenschutzbeauftragter Adrian Lobsiger (55): «Freiheit und Selbstbestimmung haben Vorrang vor der Sicherheit.»
Christian Beutler, Keystone

Sie wurden im Vorfeld der Wahl als «Datenfresser» betitelt, der nun zum Datenschützer mutieren wolle. Verstehen Sie die Skepsis, die Ihnen entgegenschlägt?

Ich verstehe, dass es Fragen gibt, und ich versuche, ihnen mit meinen Vorstellungen von intelligenter Polizeiarbeit zu begegnen. Das Ziel von Strafverfolgungsbehörden darf eben nicht sein, präventiv möglichst viele Daten über die Bürger zu sammeln. Gefragt sind stattdessen möglichst wertvolle Daten, die effiziente Polizeiarbeit ermöglichen. Angelsächsische Polizeikulturen neigen zur Sammelwut. Es werden viele dicke Berichte mit Tausenden von Seiten produziert – und gerichtlich verwertbar ist nur ein sehr kleiner Teil. Das läuft in der Schweiz besser.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.