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Die Cablecom verschickt Rechnungen auch an Nicht-Kunden

Das Telecomunternehmen schickt Rechnungen auch an Mieter, die keinen Cablecom-Anschluss haben. Was die Konsumentenschützerin dazu sagt.

Auch wer sie nicht nutzt, kriegt eine Rechnung: Cablecom-Steckdose.
Auch wer sie nicht nutzt, kriegt eine Rechnung: Cablecom-Steckdose.
Alessandro Della Bella, Keystone

Keine Leistung erbringen und trotzdem Geld verlangen: Mit dieser Praxis verärgert die Cablecom Mieterinnen und Mieter. Das Telecomunternehmen schickt Rechnungen an Nichtkunden. Das berichtet die Sendung «Espresso» des Schweizer Radios SRF.

Die Cablecom bestätigt, dass auch Nichtkunden Rechnungen erhalten. Gegenüber Redaktion Tamedia präzisiert Werz jedoch: Ziehe ein Mieter oder Stockwerkeigentümer in eine neue Wohnung, die über einen aktiven Cablecom-Anschluss verfüge, erhalte er einen Willkommensbrief. Dieser enthalte einen Hinweis auf die Möglichkeit, den Anschluss telefonisch zu kündigen.

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, sagt dazu: «Die Cablecom sollte über andere Wege, beispielsweise mit einer schriftlichen Anfrage oder über die Vermieter in Erfahrung bringen, wer den Cablecom-Anschluss auch benutzt.»

Nur wer sich wehrt, muss nicht bezahlen

«Die allermeisten Leute, die den Anschluss nicht wünschen, kündigen ihn, wenn sie das Schreiben erhalten», sagt Werz. Doch was, wenn der Hinweis übersehen wird? Nach «einigen Wochen» flattere dann die Rechnung ins Haus, erklärt der Mediensprecher. Dies komme jedoch «sehr selten» vor.

Wer die Rechnung aus Versehen bezahlt, verpflichtet sich für ein Jahr bei der Cablecom. Diese Erfahrung machte eine Mieterin. Der Kundendienst weigerte sich zunächst, den Vertrag aufzulösen. Nachdem das SRF intervenierte, zeigte sich Cablecom aber einsichtig: «Die Kundin erhält das einbezahlte Geld zurück», sagt Mediensprecher Andreas Werz gegenüber «Espresso».

«Wir sind kulant»

Dass sich der Kundendienst zunächst dagegen sträubte, den Vertrag anzupassen, kann Konsumentenschützerin Sara Stalder nicht verstehen. Es könne passieren, dass Mieter Rechnungen aus Versehen bezahlten, auch wenn sie die Dienstleistung nicht beziehen würden. «In solchen Fällen können die Mieter das Geld zurückfordern. Das ist rechtlich klar geregelt», sagt sie.

Mediensprecher Werz sagt dazu: «Man kann mit uns sprechen. Wir sind kulant.» Sei die Rechnung wirklich aus Versehen bezahlt worden, könnten Rechnungen storniert oder Gutschriften ausgesprochen werden.

Einen besonders peinlichen Lapsus erlaubte sich die Cablecom, als sie die Rechnung an die minderjährigen Kinder einer Frau schickte. In diesem Fall räumte Cablecom-Sprecher Werz ein: «Das ist ein Fehler.»

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