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Der Zivilstand wird unwichtiger

SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga treibt den Umbau des Familienrechts mit hohem Tempo voran, seit sie 2010 das Justizdepartement übernommen hat.

Mitte 2014 trat das neue Sorgerecht in Kraft, das Vätern und Müttern die ­elterliche Sorge überträgt, unabhängig davon, ob sie ledig, verheiratet oder geschieden sind. Davor hatte bei Uneinigkeit der Trennungseltern meistens die Mutter das Sorgerecht erhalten.

Seit Anfang 2017 sorgt auch das revidierte Unterhaltsrecht für eine gewisse Gleichbehandlung. Bisher musste der Alimentenzahler bei einer Scheidung für das Kind und die Ex-Frau Unterhalt zahlen. Bei ledigen Trennungseltern hingegen fielen die Alimente nur für das Kind an. Der betreuende Elternteil, meistens die Mutter, musste für sich ­selber aufkommen. Neu wird für den Bedarf des Kindes und unter Berücksichtigung der Möglichkeiten der Eltern ein Betreuungsunterhalt errechnet.

Auch Erbrecht wird modernisiert

Weiter hat das Parlament ein Betreuungsmodell explizit im Gesetz erwähnt: die alternierende Obhut. Das Gericht muss dieses Modell, bei dem Vater und Mutter das Kind im Alltag zu ähnlich grossen Teilen betreuen, auf Antrag prüfen – auch auf Antrag des Kindes.

Modernisiert wird auch das Erbrecht, das laut Simonetta Sommaruga den vielfältigen Lebensformen nicht mehr gerecht werde. Der Bundesrat will die Pflichtteilsquoten senken, der Erblasser soll über einen grösseren Teil seines Vermögens verfügen können. Die Vorlage kommt bald ins Parlament. (bl)

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