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Der TCS transportiert nun auch Herzen

Der Touring Club Schweiz (TCS) hat einen Coup gelandet: Mit seiner neuen Ambulanzflotte wird er künftig Organe transportieren – wenn nötig auch in der Luft. Das Nachsehen hat die Rega.

Macht der Rega Konkurrenz: Die TCS-Ambulanzflotte.
Macht der Rega Konkurrenz: Die TCS-Ambulanzflotte.
Keystone

Swisstransplant, TCS und die Alpine Air Ambulance werden Partner. Mit den neuen Partnern könne Swisstransplant für die Organtransporte einen Service aus einer Hand anbieten: Während der TCS über ein flächendeckendes Netzwerk auf den Schweizer Strassen verfüge, ergänze sich das Angebot durch Alpine Air Ambulance (AAA) im schweizerischen Luftraum, teilten die drei Organisationen mit.

Das Nachsehen hat die langjährige Vertragspartnerin von Swisstransplant, die Rettungsflugwacht (Rega). Sie nahm am Dienstag von der neuen Partnerschaft gelassen Kenntnis. Überrascht hingegen zeigte sich die Rega-Medienverantwortliche Karin Hörhager in Bezug auf die Kommunikation. «Es ist schon befremdend, dass unter bewährten Einsatzpartnern nicht vorgängig informiert wird.»

Die Rega gehe nun davon aus, dass sie für Organtransporte keine Kapazitäten mehr bereit halten müsse, sagte Hörhager der Nachrichtenagentur sda. Organtransporte machten immer nur einen kleinen Teil der Einsatztätigkeit der Rega aus.

Die Einsatzzentrale habe zudem die Koordination der Einsatzmittel - Helikopter, Ambulanzen oder Taxis - immer kostenlos übernommen. «Die Zusammenarbeit mit Swisstransplant war über viele Jahre hinweg immer problemlos und hat sich bewährt.»

Argument Kosteneffizienz

Swisstransplant, TCS und AAA erklären in ihrer Mitteilung, dass mit der neuen Partnerschaft die aufwendige Boden- und Luftlogistik optimiert werde. Neu würde sie über eine einzige Einsatzzentrale abgewickelt und zentral über Swisstransplant koordiniert.

Die Kosten für Transporte, Intensivstationen oder die Organentnahme werden laut Swisstransplant-Sprecherin Susanne Hess künftig mittels Pauschalen zentral durch Swisstransplant abgewickelt. «Die Kosten sind effizienter und transparenter aufgebaut. Auf lange Sicht sollten sie somit gesenkt werden können.»

Jährlich werden laut Hess rund 700 Organtransporte auf der Strasse und rund 100 durch die Luft durchgeführt - künftig mit speziell gekennzeichneten Fahrzeugen, welche die Bevölkerung auf das Organspenden aufmerksam machen sollen.

Das Gesamtvolumen aller Transporte beträgt gemäss Swisstransplant rund drei Millionen Franken. Neu seien in dieser Zahl auch die Bodentransporte enthalten, sagte Hess. Zu bisherigen Zahlen wollten weder Swisstransplant noch die Rega Stellung nehmen.

Umstrittene TCS-Flotte

Mit der Rega will Swisstransplant auch in Zukunft zusammenarbeiten, denn die Erfahrungen seien gut, sagte Hess. Die Rega-Rettungsflüge sollten aber primär für Patienten in Notfällen genutzt werden können.

Auch der TCS arbeitete früher bei den Patiententransporten enger mit der Rega zusammen. Seit er sich aber im vergangenen November mit 49 Prozent an der AAA beteiligte, organisiert dieser private Dienstleister die medizinischen Transporte zentral. Via AAA verfügt der TCS über drei Notfallhelikopter und zwei Fahrzeuge für medizinische Rückführungen oder Überführungen.

SDA/bru

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