Der Stress – und dann das Nichts

Vier politische Schwergewichte nehmen diese Woche Abschied vom Bundeshaus. Letzte Worte von Daniel Vischer, Toni Bortoluzzi, Christine Egerszegi und Urs Schwaller.

Adieu Bundeshaus: Urs Schwaller, Christine Egerszegi, Toni Bortoluzzi und Daniel Vischer (v. l.) erleben ihre letzte Session. Fotos: Ruben Wyttenbach

Adieu Bundeshaus: Urs Schwaller, Christine Egerszegi, Toni Bortoluzzi und Daniel Vischer (v. l.) erleben ihre letzte Session. Fotos: Ruben Wyttenbach

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Ein Glas Wein vielleicht? Die Politiker zögern, aber nicht sehr lange. Ständerat Urs Schwaller (CVP, FR) schlägt einen Roten Yvorne vor, heimisches Schaffen, der Entscheid fällt diskussionslos. Es bleibt bei einem Glas, dafür braucht Ständerätin Christine Egerszegi (FDP, AG) nach dem Essen im Restaurant Lorenzini in Bern zwei Espressi und Nationalrat Toni Bortoluzzi (SVP, ZH) eine Kugel Glace. Die Runde komplett macht Nationalrat Daniel Vischer (Grüne, ZH) (nur ein Espresso).

Seit Jahrzehnten sitzen die vier im Bundeshaus. Bortoluzzi ist mit 24 Jahren im Parlament der Dienstälteste am Tisch, gefolgt von Egerszegi, die 1995 gewählt wurde. Vischer und Schwaller sind dagegen fast noch Frischlinge, beide sind seit 2003 in Bern. Sie alle eint, dass sie sich in ihrer Zeit im Bundeshaus einen Namen über ihre Fraktion hinaus gemacht haben. Und sie alle eint, dass diese Zeit jetzt vorbei ist. Vischer, Egerszegi, Bortoluzzi und Schwaller erleben ihre letzte Woche in Bern. Aus gegebenem Anlass: ein fröhlicher Blick zurück und ein etwas scheuer nach vorne.

Für Sie alle geht eine Ära zu Ende. Diese Sessionswoche ist Ihre letzte. Ist der Abschied auch mit Wehmut verbunden?

Toni Bortoluzzi: Ja klar. Ich habe ein halbes Leben lang politisiert – in der Gemeinde, im Kanton und die letzten 24 Jahre im Nationalrat. Nun geht dieser Lebensabschnitt zu Ende und ich verliere das Privileg, als Parlamentarier Einfluss nehmen zu können.
Daniel Vischer: Als notorischer Verdränger versuche ich, die Wehmut von mir fern zu halten. Ich kann aber erst im Januar sagen, ob ich es schaffe oder ob es zur Implosion kommt.
Urs Schwaller: Ich werde als Anwalt weiterarbeiten – aber nur noch während fünf Tagen pro Woche. An den Wochenenden werde ich künftig frei haben, und darauf freue ich mich.
Christine Egerszegi: Genau! Als ich vor 14 Tagen am Wochenende bei schönem Wetter die AHV-Debatte vorbereitete, sagte ich mir: Nächstes Jahr wirst du bei solchem Wetter nicht hier sitzen. Es gibt jetzt Platz für Neues. Wenn mich jemand fragt, was mir am meisten fehlen wird, sage ich: der Informatikdienst.

Sie alle haben im Parlament mit grossem Engagement und spürparer Lust politisiert. Christoph Blocher hingegen kam zum Schluss, er verplempere dort nur seine Zeit. Wie kommt das?

Egerszegi: Ich begreife ihn. Er hat ja nicht das gemacht, was wirklich spannend ist: um Mehrheiten gerungen. Wer auf den Tisch haut, bewegt nur die Gläser auf dem Tisch – nicht die Leute, die darum herumsitzen.
Bortoluzzi: Man muss meines Erachtens zwei Arten von Vorlagen unterscheiden. Es gibt jene, bei welchen man unbedingt eine mehrheitsfähige Lösung suchen muss, weil es wichtig ist fürs Land. Es gibt aber auch andere Geschäfte, die nicht so wichtig sind. Hier darf man durchaus einmal über das Ziel hinaus argumentieren kann. So habe es jedenfalls ich gehalten.

Wo haben Sie über das Ziel hinaus argumentiert? Und wo nicht?

Bortoluzzi: Früher fand ich, bei der AHV müsse man nicht unbedingt eine Lösung finden. Jetzt ist es anders. Einen Kompromiss gefunden haben wir bei der Managed-Care-Vorlage. Leider hat sich diese dann nicht durchgesetzt.
Vischer: Und warum nicht? Weil Parteien Zusagen ihrer Vertreter nicht eingehalten haben.
Schwaller: Solche Zusagen sind heute weniger verbindlich, das stimmt. Vor zwölf Jahren, als ich im Ständerat begonnen habe, war dies noch anders. Das Scheitern der Managed-Care-Vorlage in der Volksabstimmung bedaure ich sehr. Bortoluzzi: Ich auch. Ich war sogar grauenhaft zornig auf Parteikollegen.
Egerszegi: Guets Mörgeli, kann man da nur sagen.

Was braucht es, um im Parlament erfolgreich zu sein?

Egerszegi: Geduld und Hartnäckigkeit.
Bortoluzzi: Wer etwas erreichen will, muss wie überall im Leben sehr viel arbeiten. Sonst schafft er es nicht. Jeder Gewählte muss wissen, dass die anderen 245 National- und Ständeräte nicht auf ihn gewartet haben. Das wird beispielsweise auch Herr Köppel erfahren müssen.
Schwaller: Wer die Dossiers nicht gut kennt, wird in der Kommission ungehört abserviert.
Vischer: Es kommt darauf an, das Wesentliche im Dossier zu kennen.

Wie wichtig sind parteiübergreifende Freundschaften, um erfolgreich zu sein?

Egerszegi: Freundschaft würde ich dem nicht sagen. Liebe und Geborgenheit muss man sich ausserhalb des Parlaments schaffen. Es geht um Respekt, Wertschätzung und Achtung. Manchmal ist es auch etwas mehr. Gemeinsam mit vier Ständeräten, die ebenfalls ihren Partner oder ihre Partnerin verloren haben, werde ich im Januar nach Kuba reisen, als Abschluss unserer Parlamentszeit.
Vischer: Das Wichtigste ist die Verlässlichkeit. Man muss darauf vertrauen können, dass sich der Andere an die Abmachungen hält. Es braucht auch einen gewissen Respekt vor dem Gegner. Nach einer Abstimmung hat mir mal ein Parlamentarier beim Apéro gesagt: «Du Pädophilenschützer». Mit einer solchen Person kann ich nicht mehr zusammenarbeiten.
Schwaller: Mir war der persönliche Kontakt über den Ratssaal hinaus immer wichtig. Ich blieb daher jeweils abends in Bern, um mit anderen Parlamentariern essen zu gehen.
Vischer: Im Nationalrat ist dies weniger der Fall. Man trifft sich vielleicht an Lobbyveranstaltungen, an solchen nehme ich aber selten teil. Geht man um 22 Uhr an eine Bar, ist es schwierig, jemanden zu treffen. Das war für mich eine negative Überraschung. Ich bin daher immer öfter nach Zürich gependelt. Im Ständerat ist der Kontakt aber bestimmt intensiver.
Bortoluzzi: Da gibt es ein Schauspiel, das muss man gesehen haben. Das empfehle ich jedem neugewählten Parlamentarier.
Egerszegi: Jetzt bin ich aber gespannt.
Bortoluzzi: Am letzten Sessionstag treffen sich die Ständeräte nach den Schlussabstimmungen …
Schwaller und Egerszegi: Vorher!
Bortoluzzi: … in der Mitte des Saals und verküssen und umarmen einander. Am Montag darauf sehen sie einander aber bereits wieder in der Kommission. Verrückt.
Egerszegi: Das sind Rituale. Wir Ständeräte kennen uns eben besser, weil wir in vier Kommissionen sitzen und so einander immer wieder in anderen Konstellationen treffen.
Bortoluzzi: Umso mehr bewundere ich die Umarmungen nach drei Wochen Session.

Den Nationalräten käme dies nie in den Sinn?

Egerszegi: Die würden ja nicht fertig bei 200 Leuten.

Sie wirken so friedlich. Das passt gar nicht zum Bild, das man vom aktuellen Politbetrieb hat. Sind denn die atmosphärischen Störungen, zu denen es nach der Abwahl von Christoph Blocher kam, überwunden?

Bortoluzzi: Nach seiner Abwahl war es viel schwieriger, unsere Leute in Kompromisse einzubinden. Es ist einfach nicht gut, wenn die stärkste Partei in der Regierung ungenügend vertreten ist. Vielleicht hätte man 2003, als Ruth Metzler zu Gunsten von Christoph Blocher abgewählt wurde, das eine oder andere anders aufgleisen müssen. Der Nutzen für das Land war ja gleich Null. Aber heute geht es wieder besser.
Schwaller: Ja, man darf die Abwahl von Ruth Metzler nicht ausblenden. Ein solches Ereignis wirkt immer nach.

Wie funktioniert das Miteinander in der eigenen Fraktion? Es heisst doch nicht von ungefähr: Feind, Erzfeind, Parteifreund.

Vischer: Nur weil man in der gleichen Partei ist, muss man nicht befreundet sein. Bei den Grünen gab es früher einen Hang, sich für bessere Menschen zu halten. Das hat mich grausam aufgeregt, hat sich aber zum Glück etwas gelegt. Man pflegt in der Partei ein kollegiales Verhältnis, aber in gewissen Konstellationen, wenn es um Ämter geht etwa, kann es schon zu argen Reibereien kommen.
Schwaller: Bei internen Ausmarchungen kann man sicher sein, dass sich immer jemand benachteiligt fühlt. Da sind Friktionen unvermeidlich.
Egerszegi: Helmut Hubacher hat es schön gesagt: Tritt dir einer auf die Flosse, so ist es sicher ein Genosse. Das gilt wahrscheinlich für alle Parteien.
Bortoluzzi: Es ist doch wie überall: Gewisse sind einem sympathisch, andere weniger. Ich mag nicht alle in meiner Partei. Dafür gibt es bei den Grünen mindestens einen, der mir etwas sympathisch ist.
Vischer: Ha! Den kenn ich!

Können Sie sich noch an Ihren ersten Tag im Parlament erinnern?

Egerszegi: Und wie. Ich hatte abends einen Kopf wie ein Sombrero. Dieser Lärm! Diese Unruhe!
Vischer: Das fiel mir auch auf. Ein unglaublicher Lärmpegel und dazu haben noch alle telefoniert im Saal. Das zweite Aha-Erlebnis war die erste Kommissionssitzung, wo alle vor ihren aufgeklappten Laptops sassen und vorne jemand referiert, ihm aber niemand zuhörte.
Schwaller: Es gibt kaum eine unhöflichere Art dem Gegenüber zu sagen, dass einen nicht interessiert, was er sagt.

Und was hat sich seit ihrem ersten Tag verändert?

Bortoluzzi: Die zeitliche Beanspruchung ist grösser geworden. Wir haben eine grössere Professionalisierung, aber die hat nicht zu mehr Effizienz geführt. Eher zu mehr Papier und Umtrieben. Vor 24 Jahren waren die Entscheidungswege kürzer.
Schwaller: Mich hat die zunehmende Diskussion über unsere beruflichen Mandate irritiert. Wer ausserhalb des Parlaments noch arbeitet, der macht sich verdächtig. Entscheidend ist doch, dass man seiner Haltung treu bleibt. Man darf sich nicht zum Briefträger einer Organisation machen lassen und mit Anträgen kommen, die man nicht selber geschrieben hat und nicht einmal versteht.
Vischer: Ich habe nie begriffen, warum so viele Parlamentarier über die Belästigung durch Lobbyisten gejammert haben. Als selbstständiger Politiker kann man auch Nein sagen.
Bortoluzzi: Es geht nicht um Lobbyismus, sondern um Informationsvermittlung. Ich bin Schreiner und habe keine juristische Ausbildung. Darum bin ich auf gewisse Informationen angewiesen. Lobbyismus durch Verbände oder Organisationen ist nicht das Problem. Der grösste Lobbyist im Bundeshaus ist die Verwaltung. Es gibt nicht wenige Parlamentierer, die ihre Vorstösse direkt von der Verwaltung haben.
Vischer: Quatsch!
Bortoluzzi: Ist alles schon vorgekommen.
Egerszegi: Und wo? Im VBS? (lächelt maliziös)
Bortoluzzi: Lass mich doch in Frieden!
Egerszegi: War ja nur ein Spass. Meiner Meinung nach ist die grösste Veränderung seit meiner Wahl ins Parlament 1995 die Entwicklung der neuen Kommunikationstechnologien. Seit es E-Mails gibt, haben wir keinen ruhigen Sonntag mehr. Und die Mails haben auch dazu geführt, dass die Höflichkeit zurück gegangen ist.
Bortoluzzi: Früher mussten sich die Nörgler wenigstens noch hinsetzen, einen Brief schreiben und den auf die Post bringen. Heute geht das viel schneller.
Egerszegi: Ich habe mir angewöhnt, Saumails sehr höflich zu beantworten. Lieber Herr Soundso, haben Sie herzlichen Dank für Ihre wertvollen Überlegungen. Das nützt manchmal sogar. «Ich will mein Geld zurück, du Bundeshausschlampe!», hat mir einer geschrieben, als es im Rat um Prämienrückerstattung ging. Ich habe ihm geantwortet, dass er ein Schatz sei. Worauf er sich entschuldigt und gemeint hat, ich hätte offensichtlich etwas missverstanden. Er habe nämlich schon eine Frau …
Schwaller: Auf anonyme Mails antworte ich nie. Die Briefe muss man gezwungenermassen lesen. Und wenn Drohungen zum zweiten oder dritten Mal vorkommen, dann reiche ich Strafklage ein. Es gibt eine gewisse Grenze, und wenn die überschritten wird, dann interveniere ich.
Bortoluzzi: Ich hatte in diesen Jahren alles. Eingeschlagene Scheiben, Farbe an der Hauswand, eine Demonstration mit über hundert Leuten vor dem Haus - gut da war ich dummerweise nicht zuhause - und die Polizei zwei Tage lang im Haus. Ich neige ja manchmal zu Aussagen, die Nicht-Stammtischerprobte recht durchschütteln können. Aber auf Drohungen habe ich nie reagiert, ich wollte ja nicht noch andere auf dumme Ideen bringen. Manchmal war es aber auch recht lustig, ich erzähl euch jetzt einen. Aber der ist nicht für die Zeitung!

Kein Problem.

Bortoluzzi: Da war also dieses Päcklein mit dem Rahmkübeli. Und drin: ein Kondom und die Notiz, ich solle mich doch bitte nicht weiter vermehren. Meine Töchter finden das heute noch lustig …
Vischer: Ich hatte mal eine Patrone in der Post. Und die brachte ich dann auf die Polizei, aber dort hat man es auch nicht wirklich ernst genommen. Interessant ist ja, dass die bösen Mails tatsächlich zugenommen haben. Aber wenn man mich auf der Strasse anspricht, spüre ich überhaupt keinen Respektverlust. Eher im Gegenteil: Einem Parlamentarier wird sehr viel Respekt entgegengebracht.

Nächste Woche ist Ihre Zeit im Parlament vorbei. Haben Sie Angst, in ein Loch zu fallen?

Bortoluzzi: Meine Frau befürchtet es. Ich eher weniger. Ich freue mich auf meine zwölf Enkelkinder und den Haufen Holz rund ums Haus.
Vischer: Wir werden nicht mehr gefragt sein und müssen im Leben etwas anderes finden. Natürlich war das Amt häufig mit Stress verbunden, aber am Schluss muss man sich fragen, was besser ist: der Stress oder das Nichts. Die Parlamentarierarbeit hat unserem Leben eine Struktur gegeben, und die fällt jetzt weg.
Egerszegi: Dafür haben wir wieder Raum und Zeit für andere Interessen. Wir sind ja nicht nur Politiker! Höre ich etwas auf, bleibt ein Stück von mir zurück. Und so entsteht eine Lücke, die ich mit etwas Neuem füllen kann. Ich habe eine stark ausgeprägte musische Seite, die in den vergangenen zwanzig Jahren zu kurz kam.

Freuen Sie sich eigentlich, dass Sie nicht mehr Wahlkampf machen müssen?

Vischer: Total!
Egerszegi: Und wie!
Vischer: Immer dieser Stress, nicht zu wissen, an welche Veranstaltung man jetzt noch müsste.
Egerszegi: Und all die Standaktionen, bei denen sogar gute Bekannte die Strassenseite gewechselt haben. Wahlkampf war fürchterlich.
Bortoluzzi: Also ich finde es schon schade, dass ich meinen Kopf nicht mehr an jedem Strassenrand sehe …
Schwaller: Das lassen wir jetzt mal so stehen. (Alle lachen.)



(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.09.2015, 21:00 Uhr

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