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Der Runde Tisch hinterlässt gemischte Gefühle

Heute wurde zum letzten Mal über Massnahmen gegen Hooliganismus diskutiert. Konkrete Lösungen sollen laut Bundesrat Maurer nun auf kantonaler Ebene umgesetzt werden. Nicht alle Beteiligten sind glücklich.

Konkrete Lösungen sollen lokal ausgearbeitet werden: Bundesrat Ueli Maurer am Runden Tisch in Bern. (1. September 2011)
Konkrete Lösungen sollen lokal ausgearbeitet werden: Bundesrat Ueli Maurer am Runden Tisch in Bern. (1. September 2011)

In Bern hat der vorläufig letzte Runde Tisch gegen Gewalt im Sport stattgefunden. Laut Sportminister Ueli Maurer sind weitere Sitzungen vorerst nicht geplant. Nun sei es an den Akteuren auf lokaler und regionaler Ebene, konkrete Lösungen umzusetzen.

Es brauche nun Runde Tische auf lokaler Ebene, um konkrete Lösungen auszuarbeiten, sagte Maurer. In welche Richtung diese Lösungen gehen müssten, hat der Runde Tisch auf nationaler Ebene laut Maurer in zahlreichen Handlungsrichtlinien aufgezeigt. Dieser Runde Tisch solle deshalb in Zukunft nur noch bei Bedarf zusammenkommen. Dies werde wahrscheinlich in den nächsten Monaten und Jahren nicht der Fall sein.

Als Ergebnisse des Runden Tischs erwähnte Maurer etwa Mustervereinbarungen zwischen Klubs und Behörden, Regeln zum Alkoholkonsum in Stadien sowie zur Fan-Betreuung. Nicht gelöst seien die Fragen rund um die Fantransporte sowie zur Identifikation von gewalttätigen Fans.

Umstrittene Vorschläge der Kantone

Aus Sicht der Kantone, der SBB und des Bundesamts für Polizei sind die Resultate des Runden Tisch ungenügend. Sie hatten deswegen vor zehn Tagen ein Massnahmenpaket präsentiert, mit dem sie der Gewalt im Sport Herr werden wollen.

Diese Vorschläge, die in einem interkantonalen Konkordat festgeschrieben werden sollen, unterbreitete die Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD) auch dem Runden Tisch. Die Medienkonferenz im Anschluss an die Sitzung zeigte, dass zwischen den Beteiligten aber noch kein Konsens besteht, welche umgesetzt werden sollen.

So äusserte sich der Präsident der Swiss Football League, Thomas Grimm, kritisch zur angestrebten allgemeinen Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Ligen. Diese würde bedingen, dass die Sportklubs mit den Behörden für jeden Match die Rahmenbedingungen ausarbeiten.

Bei Nichteinhaltung würde der Match annuliert und eine Forfait-Niederlage verhängt. Damit würde laut Grimm ein normaler Spielbetrieb verunmöglicht.

Hockeyverband gegen Kombitickets

Roger Schneeberger, der Generalsekretär der KKJPD, bestreitet dies. Im Ausland sei die Bewilligungspflicht weit verbreitet. Im übrigen sei es schon heute so, dass die Veranstalter mit der Polizei Auflagen festlegten.

Auch der Vertreter des Eishockeyverbandes, Marc Furrer, kritisierte verschiedene Vorschläge der Kantone. Den Vorschlag, für Gästefans bei Risikospielen obligatorisch die Anreise in einem Fanbus zu verlangen, lehnt er als «nicht praktikabel» ab.

Von einem Fan des HC Davos, der in Zürich lebt, kann nach Ansicht von Furrer nicht verlangt werden, für einen Match des HCD in Kloten zuerst nach Davos zu fahren.

SDA/kpn

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