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Der Professor und die alten Beweise

Der verantwortliche Professor verteidigt seine Zulassungstests, muss aber einräumen, dass er dieselben Fragen benutzt, die in anderen Jahren schon verwendet wurden.

Professor Klaus-Dieter Hänsgen, Leiter des Zentrums für Testentwicklung und Diagnose (ZTD), ist verantwortlich für den Zulassungstest fürs Medizinstudium. Das der Uni Freiburg angeschlossene Institut stellt den Test zusammen und führt ihn im Auftrag der Universitäten Bern, Zürich, Basel und Freiburg durch.

Die Tests dürften nicht trainierbar sein. Entsprechend verteidigt Arbeitspsychologe Hänsgen seine Tätigkeit als Testmacher: «Alle wissenschaftlichen Ergebnisse sprechen klar gegen eine Notwendigkeit von speziellen Trainings», schreibt der Professor. In zwei Studien sei in Deutschland wissenschaftlich abgesichert worden, dass durch eine selbstständige, gezielte Vorbereitung anhand der kostenlos abgegebenen Testbroschüre und einer veröffentlichten Originalversion gleich gute Leistungen erreicht werden könnten, wie sie durch zusätzliche Trainingskurse erzielt würden, so Hänsgen.

Bei den kommerziellen Testvorbereitungsinstituten lacht man allerdings über Hänsgens Argumente. Die Studie stamme aus dem Jahr 1997, wie Hänsgen auf der Website selber schreibe. Damals hätten die Methoden der Trainingsanbieter noch in den Kinderschuhen gesteckt. In der der Schweiz ist der Numerus clausus sogar erst 1998 eingeführt worden. Es sei grotesk, die Situation von damals mit heute zu vergleichen. Professor Hänsgen erwidert darauf: «Es gibt meiner Kenntnis nach keine Belege für diese Professionalisierung, ausser den Selbstzuschreibungen der Anbieter.» Er verweist zudem auf neue, durch das ZTD durchgeführte Umfragen bei Kandidaten.

Die Produktion der Eignungstests ist teuer. Das ZTD kauft viele Fragen deshalb ein. Dabei nimmt es in Kauf, dass in regelmässigen Abständen die gleichen Fragen in den Tests auftauchen. Hänsgen räumt ein, dass er an vielen Fragen, die er seinen Kandidaten vorlegt, kein Exklusivrecht hat: «Die Schweiz nutzt Teile des deutschen Eignungstests.» Hänsgen weiter: «Selbstverständlich handelt es sich um andere Fragen als die, die im gleichen Jahr in Deutschland verwendet wurden.» (ma)

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