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Der einst reichste Ire ist pleite

Er war Herr über 200 Zeitungen, jetzt muss er sein Haus verkaufen. Der tiefe Fall des Tony O'Reilly.

Er verkehrte auch mit Bill Clinton: Tony O'Reilly (links).
Er verkehrte auch mit Bill Clinton: Tony O'Reilly (links).
Paul McErlane, Reuters

Der Milliardär Tony O'Reilly galt während Jahrzehnten als der reichste Ire. In seinem historischen 300-Hektar-Haus Castle Martin im Osten Irlands empfing er die Reichen und Mächtigen des Landes. Seine Gäste waren unter anderem der ehemalige US-Aussenminister Henry Kissinger sowie die gesammelte Wirtschafts- und Medienelite Irlands.

Diese Zeiten sind vorbei. O’Reilly ist pleite, wie der britische «Guardian» berichtet. Das Castle Martin muss er für umgerechnet 236 Millionen Franken verkaufen, um seine Schulden zu begleichen. Verkaufen muss O'Reilly auch die anderen Gebäude auf dem Grundstück: Eine Kirche und den Friedhof, auf dem O'Reillys Eltern begraben sind.

Ein Opfer der Globalisierung

Wie konnte es so weit kommen? Tony O’Reilly war einer der Vorreiter des «keltischen Tigers», wie das irische Wirtschaftswunder bis zur Finanzkrise genannt wurde. Doch genauso wie der irische Staat vom Musterschüler zum Sorgenkind wurde, wandelte sich O'Reilly vom Milliardär zum Pleitier.

O’Reillys wurden zwei Firmen zum Verhängnis: Der Glas- und Porzellanhersteller Waterford Wedgwood und das Medienkonglomerat Independent News & Media. O'Reilly und sein Schwager investierten umgerechnet rund 611 Millionen Franken in Waterford Wedgwood. 2009, ein Jahr nach dem Ausbruch der Finanzkrise, war trotzdem Schluss: Die involvierten Banken zogen den Stecker. Die Keramikproduktion verlagerte sich nach Asien, Waterford Wedgwood wurde ein Opfer der Globalisierung.

Bei der Independent-Gruppe agierte O'Reilly im Stile eines Tycoons der alten Schule. Das Flaggschiff, der renommierte «Independent», war nie profitabel. O'Reilly deckte die Verluste. Dann verlor er den Machtkampf gegen den Telecomunternehmer Denis O’Brien – und gemäss der «Irish Times» 350 Millionen Euro.

O'Reilly ist mit Chryss Goulandris verheiratet, der Tochter des schwerreichen griechischen Jachtbesitzers John Goulandris. Ihr Reichtum wird auf umgerechnet mehrere Hunderte Millionen Franken geschätzt. Obwohl selber nicht mehr liquid, wird O'Reilly also nicht am Hungertuch nagen müssen.

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