Der Bergler-Bub aus Kandersteg wird 75

Freude herrscht: Adolf Ogi, der weltoffene Politiker, der volksnahe Landesvater und der Eierkocher der Nation, feiert einen besonderen Geburtstag.

Von «Freude herrscht» bis zur Neujahrsansprache mit Tannenbaum: Diese Bilder von Adolf Ogi blieben in Erinnerung. (Video: Tamedia/SRF)

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Vater des Jahrhundert-Bauwerks Neat, Eierkocher der Nation, volksnaher Landesvater, weltoffener Politiker und treues SVP-Mitglied: Adolf Ogi hat viele Facetten. Am 18. Juli feiert der ehemalige Bundesrat aus Kandersteg seinen 75. Geburtstag.

Pünktlich zum Jubiläum liegt in den Buchhandlungen ein neues Ogi-Buch auf: 75 Persönlichkeiten gratulieren «Dölf» zum Geburtstag. Die Liste der Autoren ist so bunt wie Ogis Schaffen. Der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan gehört zu den Gratulanten, der SVP-Widersacher Christoph Blocher, die SP-Ikone Jean Ziegler und die Skifahrer-Legende Bernhard Russi.

Sie alle sind Adolf Ogi irgendwie verbunden, dem Bergler-Buben aus Kandersteg, der nach der Grundschule die Handelsschule in La Neuveville BE besuchte. Zu nationaler Berühmtheit brachte er es 1972 als technischer Direktor des Schweizer Skiverbandes. Ein wahrer Medaillenregen ging über die Schweizer Sportler nieder. «Ogis Leute siegen heute» wurde zum geflügelten Wort. Eine politische Heimat fand Ogi in der SVP. 1979 wurde er in den Nationalrat gewählt, 1987 schaffte er den Sprung in die Landesregierung.

Erfolge und Rückschläge

Als Verkehrsminister konnte er 1992 das Volk von der Neat überzeugen, musste aber 1994 auch das Ja zur Alpeninitiative hinnehmen. Als Energieminister demonstrierte er in TV-Spots, wie man mit wenig Strom Eier kochen kann.

Das Militärdepartement baute Adolf Ogi zum heutigen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport um. In seine VBS-Zeit fallen auch die bizarren Affären um den etwas sehr selbständig agierenden Oberst Friedrich Nyffenegger und den Millionenbetrüger Dino Bellasi.

Als Bundespräsident hielt Adolf Ogi im Jahr 2000 die unvergessene Neujahrsansprache vor dem Portal des Lötschbergtunnels. Nach dem zweiten Präsidialjahr verliess er die Landesregierung, blieb aber im Rampenlicht: Von 2001 bis 2007 war er Uno-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden.

Weltoffener Geist

Ogi trat stets für die Öffnung der Schweiz ein und für ihre Teilnahme an internationalen Organisationen. Diese Haltung trug ihm in rechtskonservativen SVP-Kreisen viel Kritik ein. Doch Ogi blieb der Partei treu – auch 2008, als sich unzufriedene Berner SVP-Mitglieder von der Mutterpartei abspalteten und die BDP gründeten.

Der Berner Oberländer galt stets als volksverbundener Optimist. Doch auch vor Niederlagen war er nicht gefeit. So ging 1999 die von ihm präsidierte Olympia-Kandidatur von Sion bachab. 2001 misslang ihm die Wahl ins Internationale Olympische Komitee. Ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag traf Ogi im Jahr 2009. Sein erst 35-jähriger Sohn Mathias erlag einer schweren Krankheit.

«Bonjour Claude Nicollier»

Im Volk genoss und geniesst Adolf Ogi viele Sympathien. Davon zeugen nicht zuletzt die zahlreichen humorigen Anekdoten, die über den Kandersteger in Umlauf sind. Ein besonderes Jubiläum wird Ogi am 7. August feiern können. Dann ist es genau 25 Jahre her, dass Ogi dem Schweizer Astronauten Claude Nicollier an Bord der Raumfähre Atlantis mit diesen denkwürdigen Worten gratulierte: «Bonjour Claude Nicollier, c'est Adolf Ogi, Grüess Gott, Freude herrscht!» (chk/sda)

Erstellt: 15.07.2017, 21:34 Uhr

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