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«Das Kopftuch stört uns nicht, wieso stört es denn andere?»

Der Fall von zwei somalischen Mädchen in Heerbrugg, die wegen ihres Kopftuchs nicht zur Schule dürfen, sorgt seit Tagen für Wirbel. Die Familie kann die Aufregung nicht verstehen und fühlt sich angegriffen.

«Wir brauchen mehr Zeit»: Die beiden somalischen Mädchen Naimo und Nafiso Farax (v.l.). (Bild: Screenshot SRF/«10vor10»)
«Wir brauchen mehr Zeit»: Die beiden somalischen Mädchen Naimo und Nafiso Farax (v.l.). (Bild: Screenshot SRF/«10vor10»)

Weil sie ihr Kopftuch auch in der Schule tragen wollen, dürfen zwei somalische Mädchen nicht mehr in Heerbrugg zur Schule gehen. Seit die Fernsehsendung «10vor10» den Fall publik machte, reiht ein Bericht den nächsten.

Die Familie hat Mühe, die Aufregung um die Kopftücher zu verstehen. «Die Mädchen kennen nichts anderes, das Kopftuch ist für uns normal», sagt Fartun Ali Mahamed in einem exklusiven Gespräch mit der «Ostschweiz am Sonntag». Die Mutter lebt seit zwei Jahren in Heerbrugg, ihr Mann und die sieben Kinder sind im letzten November gefolgt.

«Wir brauchen mehr Zeit»

Die Forderung, dass ihre Töchter ohne Kopftuch zur Schule müssten, sei für sie zu schnell gekommen. «Wir brauchen mehr Zeit», fügt sie an. Ihre Familie fühle sich angegriffen. «Ich fühle mich ganz klein.» Auch Fartun Ali Mahamed trägt beim Gespräch ein Kopftuch. Ich will meine Schönheit nicht zeigen, erklärt sie. Dass es überall Regeln geben, verstehe sie. Aber dass ihre Mädchen gezwungen werden sollen, das Kopftuch abzulegen, verstehe sie nicht. «Das Kopftuch stört uns selbst nicht – wieso stört es denn Leute, die kein Kopftuch tragen?»

Die elfjährige Nafiso möchte das Kopftuch nicht ablegen. Sie wünscht sich, auch so eine Chance zu bekommen. Die Familie will nun abwarten, wie es weitergeht. So lange besuchen die Töchter weiterhin einen Deutschkurs.

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