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Das Altersguthaben könnte bald weniger stark wachsen

Der Mindestzinssatz für die Pensionskasse soll per 2012 auf 1,5 Prozent gesenkt werden. Dies beantragt die Kommission für berufliche Vorsorge. Der Arbeitnehmerverband äussert sich kritisch.

Das Alterskapital könnte schon bald tiefer verzinst werden: Bauarbeiter auf einer Baustelle in Zürich. (Archivbild)
Das Alterskapital könnte schon bald tiefer verzinst werden: Bauarbeiter auf einer Baustelle in Zürich. (Archivbild)
Keystone

Die Kommission für berufliche Vorsorge will den Mindestzinssatz für die Pensionskasse per 2012 von 2 auf 1,5 Prozent senken. Dies empfiehlt sie dem Bundesrat, der im Herbst entscheidet. Seit Anfang 2009 ist der Satz unverändert. Wie die BVG-Kommission mitteilte, haben sich ihre Mitglieder mehrheitlich für die Senkung ausgesprochen. Der Satz legt fest, wie hoch das Alterskapital mindestens verzinst werden muss, das für die Arbeitnehmer gespart wurde. Je tiefer der Satz, umso weniger stark wachsen die Altersguthaben.

Die Vorschläge der Kommissionsmitglieder reichten von 1 bis 2 Prozent. Kommissionspräsident Claude Frey sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, in der internen Abstimmung 1 versus 2 Prozent war eine deutliche Mehrheit für eine Senkung: 12 Mitglieder stimmten dafür, 5 dagegen, und jemand enthielt sich der Stimme. In der Abstimmung 1 gegen 1,5 Prozent haben sich laut Frey 10 Mitglieder für den höheren Satz ausgesprochen, 8 waren für 1 Prozent. Enthaltungen gab es keine, dafür «eine starke Minderheit» für den noch tieferen Satz von 1,25 Prozent, wie Frey sagte.

2008 letztmals gesenkt

Der Bundesrat muss den Satz von Gesetzes wegen alle zwei Jahre prüfen und konsultiert dafür sowohl die BVG-Kommission als auch die Sozialpartner. Dieses Jahr hätte er keine Anhörung durchführen müssen, tat es aber wegen der Entwicklungen auf dem Finanzmarkt gleichwohl. Die Konsultation lief Ende August ab.

Von den Sozialpartnern äusserten sich unter anderem der Arbeitgeberverband (SAV) und der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse. Während die Arbeitnehmer den Zinssatz bei 2 Prozent behalten wollen, empfehlen die Arbeitgeber einen Satz von knapp 1,5 Prozent. Der SAV bezieht sich auf die «von ihm favorisierte Formel», wie er mitteilte. Die Gewerkschafter argumentieren, die 2 Prozent wären «ein wichtiges Signal für die Stabilität der zweiten Säule».

Sowohl im Oktober 2010 als auch im Oktober 2009 hatte der Bundesrat entschieden, den Satz bei 2 Prozent zu belassen. Damit folgte er beide Male dem Vorschlag der BVG-Kommission. Der Satz liegt nun schon seit Anfang 2009 bei den 2 Prozent. Aufgrund der Finanzkrise hatte der Bundesrat am 22. Oktober 2008 die Senkung von 2,75 auf 2 Prozent beschlossen.

Früher waren es 4 Prozent

Von 1985 bis 2002 hatte der Mindestzinssatz noch 4 Prozent betragen. Seit dem Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends wird er regelmässig der Börsenentwicklung angepasst.

Die Kommission beruft sich bei ihrer Empfehlung für den Herbst 2011 auf eine Berechnungsmethode, welche sie dem Bundesrat 2009 empfohlen hat. Entscheidend für die Höhe des Satzes sind demzufolge vor allem der langfristige Durchschnitt der Bundesobligationen sowie die Entwicklung von Aktien, Anleihen und Liegenschaften. Nach dieser Methode ergebe sich ein Zinssatz von 1,5 Prozent.

Dieser Zinssatz legt fest, zu welchem Satz das Vorsorgeguthaben der Versicherten im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden muss.

SDA/kpn

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