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Bundesrat Schmid kommt unters Messer

Samuel Schmid wird am Freitag operiert. Dem VBS-Chef muss die Gallenblase entfernt werden. Schmids Vertretung übernimmt Hans-Rudolf Merz.

Morgen ist Operationstermin: Samuel Schmid leidet an einer Gallenblasenentzündung.
Morgen ist Operationstermin: Samuel Schmid leidet an einer Gallenblasenentzündung.
Keystone

Bundesrat Samuel Schmid ist an einer akuten Gallenblasen-Entzündung erkrankt und musste sich heute zur Behandlung ins Spital begeben. Laut seinen Parteikollegen war er seit längerem gesundheitlich angeschlagen.

Operation mit sehr kleinem Risiko

Nun soll dem erkrankten Bundesrat die entzündete Gallenblase operativ entfernt werden. Die Operation wird morgen Freitag im Berner Salemspital durchgeführt. Es handle sich um eine Routineoperation mit sehr kleinem Risiko, erklärte Schmids Arzt Roland Lütolf vor den Medien in Bern. Wenn es keine Komplikationen gibt, soll Schmid anfangs nächster Woche nach Hause entlassen werden. Stress hat laut Lütolf bei der Erkrankung keine Rolle gespielt. Er sprach stattdessen von einer familiären Disposition. Bis zu Schmids Rückkehr wird Finanzminister Hans-Rudolf Merz die Vertretung von Schmid übernehmen, wie ein Sprecher des Verteidigungsdepartements sagte.

Bundesrat Schmid hatte gestern wie üblich an der wöchentlichen Bundesratssitzung und am anschliessenden Mittagessen mit seinen Kollegen teilgenommen. Im Laufe des Nachmittags tauchten die Bauchschmerzen auf, weshalb er nach Hause ging. Am frühen Abend brachte ihn seine Frau auf Anraten seines behandelnden Hausarztes ins Spital. Bei den Untersuchungen diagnostizierten die Ärzte eine akute, aber unkomplizierte Gallenblasenentzündung.

Am Dienstag wird Schmid laut Hueber in der sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats erwartet. Dort geht es um das Rüstungsprogramm 2008, das in der Grossen Kammer in der vergangenen Herbstsession an einer unheiligen Allianz gescheitert war. Keine Angaben machte das VBS darüber, in welchem Spital sich der Departementsvorsteher befindet.

Seit längerem angeschlagen

Offenbar war Schmid seit längerem gesundheitlich angeschlagen. BDP-Präsident Hans Grunder sagte in der Sendung «Rendez-vous» von Radio DRS, der Krankheitsausbruch sei für ihn nicht verwunderlich, da Schmid bereits seit einigen Monaten gesundheitliche Probleme habe. «Zum Teil natürlich auch bedingt durch die Turbulenzen, die er hatte», sagte Grunder.

Der Verteidigungsminister, der am kommenden 10. Januar 62 Jahre alt wird, war in den vergangenen Monaten wegen seiner Rolle bei der Affäre um den zurückgetretenen Armeechef Roland Nef massiv unter Druck geraten und hatte dabei auch über einen Rücktritt nachgedacht. In den letzten Wochen flauten die politischen Angriffe auf Schmid jedoch ab, und er selber sagte am vergangenen Wochenende in Interviews, ein Rücktritt sei zurzeit kein Thema. Im Dezember soll Schmid turnusgemäss zum Vizepräsidenten des Bundesrats für 2009 gewählt werden.

Hat die Kritik Schmid auf den Magen geschlagen?

Im Umfeld von Bundesrat Samuel Schmid reagiert man besorgt. BDP-Nationalrätin Ursula Haller hofft, dass dem VBS-Chef die unablässige Kritik der vergangenen Wochen nicht auf den Magen geschlagen hat – verwundern würde es sie allerdings nicht: «Samuel Schmid hat in den vergangenen Wochen und Monaten persönliche Diffamierungen in einem Masse ertragen müssen, die selbst den stärksten Mann einmal «umchuten» müssen.»

Schmid sei ein Mensch der Sorgen und Probleme in sich hineinfresse – bis alles aus ihm herausbreche. Dass ihm die ständigen Desavouierungen seiner ehemaligen Parteikollegen und der Medien «ans Lebendige» gegangen seien, sei kein Geheimnis.

BDP-Ständerat Werner Luginbühl wurde frühmorgens über den Gesundheitszustand informiert. Gemäss seinen Angaben gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sind die gesundheitlichen Probleme von Schmid nicht gravierend: «Ich denke, dass sie für Schmid keine grössere Beeinträchtigung darstellen.» Luginbühl hofft, dass Schmid bald wieder an Bord sein wird.

Mit Schmid befindet sich zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten ein Mitglied des Bundesrats in Spitalpflege. Letzten Montag nahm Finanzminister Merz sechs Wochen nach seinem lebensbedrohenden Herz-Kreislauf-Kollaps seine Arbeit wieder auf.

sda/ap/vin/bru

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