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Bundesanwalt setzt weiteres Top-Kader ab

In der Bundesanwaltschaft hat erneut eine Führungskraft ihren Posten räumen müssen.

Erneut personelle Konsequenzen: Bundesanwalt Michael Lauber bei einem Treffen im November in Bern. (21. November 2018)
Erneut personelle Konsequenzen: Bundesanwalt Michael Lauber bei einem Treffen im November in Bern. (21. November 2018)
Peter Schneider, Keystone

Bundesanwalt Michael Lauber hat die Leiterin der Abteilung Völkerstrafrecht und Rechtshilfe zurückgestuft. Bereits im November war der Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität suspendiert worden. Eine Untersuchung entkräftete Vorwürfe gegen ihn. Er kehrte trotzdem nicht mehr zur BA zurück. Mit der neuerlichen Massnahme hat Lauber in kurzer Zeit zwei von vier Abteilungsleitungen ersetzt.

Die Bundesanwaltschaft bestätigt die Recherche auf Anfrage. Hintergrund seien Sofortmassnahmen, die Bundesanwalt Lauber anfangs Februar wegen der steten Zunahme von Rechtshilfeersuchen angeordnet habe. Die Zunahme könne zu einer Überlastung der Strukturen führen, so die BA. Die Abteilung Völkerstrafrecht werde nun «bis auf weiteres» der Abteilung Staatsschutz, Terrorismus und Organisierte Kriminalität von Carlo Bulletti angegliedert.

Zweifel hinter vorgehaltener Hand

Die Leitung der verbleibenden Abteilung Rechtshilfe übernimmt gemäss Recherche der bisherige Stellvertreter der nun versetzen Staatsanwältin ad interim. Sie selber arbeitet weiter bei der Bundesanwaltschaft und fokussiere auf die «Bearbeitung eines wichtigen Falls», schreibt die BA.

Die Rechtshilfe spielt bei den grossen internationalen Ermittlungen wie den Korruptionsfällen Petrobras oder 1MDB eine zentrale Rolle. Personen aus dem Umfeld der BA äussern hinter vorgehaltener Hand Zweifel an der Erklärung der BA für die Absetzung der Chefermittlerin. Die Rede ist von einer unfairen Zurückstufung der Frau. Fraglich sei auch, weshalb die Staatsanwältin nun plötzlich Vollzeit an einem älteren Fall arbeiten soll, der schon lange untersucht werde.

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