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BKW nimmt Verbesserungen am AKW Mühleberg in Angriff

Das Notsystem soll auch bei einem Hochwasser die Versorgung mit Kühlwasser sicherstellen. Experten bezweifeln aber, dass die getroffenen Massnahmen im Ernstfall etwas nützen.

Wird momentan saniert: das AKW Mühleberg.
Wird momentan saniert: das AKW Mühleberg.
Keystone

Der Berner Energiekonzern BKW nimmt die geplanten Nachrüstungsarbeiten am Notsystem des Atomkraftwerks Mühleberg in Angriff. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI habe dem Vorhaben zugestimmt, teilte die BKW mit.

Konkret geht es darum, dass auch bei einem Hochwasser an der Aare das Notsystem die Versorgung mit Kühlwasser sicherstellen kann. Die Ansaugstutzen des Systems würden im Notfall Wasser aus der Aare ansaugen. Experten warnten indessen, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Geschiebe bei einem extremen Hochwasser das System verstopfe.

Die BKW will nach eigenen Angaben das Einlaufbauwerk des Notsystems SUSAN nun mit drei zusätzlichen Ansaugstutzen ergänzen. Jeder einzelne der Ansaugstutzen stelle die Kühlwasserversorgung sicher, sollten die normalen Ansaugstutzen verstopft sein.

Sechs im Sandstein der Aaresohle verankerte Träger sollen als Anprallschutz dienen, damit die Stutzen nicht beschädigt werden. Daneben will die BKW eine redundante Leitung bauen, mit der Kühlwasser von mobilen Feuerwehrpumpen eingespeist werden kann.

Die SP des Kantons Bern reagierte am Dienstag verärgert auf die Freigabe der Nachrüstungsarbeiten durch das ENSI. Das überhastete Vorgehen zeige, dass die Sicherheit der Bevölkerung als zweitrangig angesehen werde, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Die teuren Nachbesserungen seien eine Fehlinvestition und vernichteten Volksvermögen.

Nachweis verlangt

Das ENSI hatte von der BKW bis am 30. Juni einen Nachweis verlangt, dass die Kühlwasserversorgung auch bei einem extremen Hochwasser gewährleistet werden kann. Am 29. Juni nahm der Energiekonzern das AKW für Revisionsarbeiten vom Netz - fünf Wochen früher als geplant.

Die BKW wolle diese Zeit nutzen, um die Sicherheit des Kernkraftwerks zu erhöhen, hiess es damals. Die BKW-Führung liess offen, ob sie mit den damals vorgestellten Massnahmen einer provisorischen Abschalt-Verfügung des ENSI zuvorkommen wollte.

Werk im September wieder hochfahren

Die BKW will das Werk im Verlauf des Septembers wieder hochfahren, sagte Pressesprecher Antonio Sommavilla am Dienstag auf Anfrage. Die Nachrüstung sollte innerhalb dieser Frist machbar sein.

Derzeit werden am Werk auch ordentliche Revisionsarbeiten durchgeführt. Dabei wird der Kernmantel überprüft, insbesondere die seit Jahren bekannten Risse.

Anfang Juli sprach die Zeitschrift «Beobachter» erstmals von einem durchgehenden Riss, der an einer der Schweissnähte aufgetreten sei. Selbst wenn ein solcher Riss vorhanden sein sollte, bleibe die Funktion des Kernmantels gewährleistet, hatte die BKW seinerzeit dazu verlauten lassen.

Der Kernmantel sei im Rahmen der laufenden Revisionsarbeiten mit einem Detektionsgerät abgesucht worden. Die Analyse des Datenmaterials stehe aber noch aus, sagte Sommavilla.

SDA/js

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